Royaler Rechtslenker

Wer wird der nächste Chauffeur der Queen?

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London - Er sollte exzellente Manieren haben, eine Sieben-Tage-Woche schätzen und wenig Wert auf großes Einkommen legen. Ach ja, und einen britischen Führerschein sein Eigen nennen: Gesucht wird niemand Geringeres als der neue Chauffeur der Queen.

Noch bis zum 8. März können sich Bewerber in den Stallungen melden, wo traditionell die Kutschen und Karossen der königlichen Familie geparkt und auf Hochglanz poliert werden. Neben einer Flotte von Range Rovern und Land Rovern steht dort das Lieblingsauto der Queen, die Bentley State Limousine, die Elisabeth II. am 4. Juni 2002 zu ihrem Goldenen Thronjubiläum in Windsor Castle übergeben bekam.

Streng genommen wird der neue Chauffeur mit dem Bentley einen Volkswagen lenken, was für einen Engländer belastend sein dürfte. Außerdem muss er nonstop für die Queen und ihre große Familie verfügbar sein und bekommt dafür nur rund 2500 Euro netto im Monat. Weil sich damit kaum eine Einzimmerwohnung in London mieten lässt, kann der Fahrer bei Bedarf im Gesindehaus wohnen. Allerdings zieht ihm die Queen dann eine kleine Miete vom nicht gerade fürstlichen Gehalt ab – in Sachen Geld kennt sie kein Pardon. Wenigstens die Verpflegung am Hof ist inklusive.

Zudem erwarte den Mann an der Rechtslenkung ein „einzigartiges und stimulierendes Arbeitsumfeld“, wie die Stellenanzeige unter Verweis auf Touren mit der Königin im Fond schwärmt. Bei der Aufgabe, auch unter Zeitdruck die richtige und zeitsparendste Strecke zu finden, darf sich der Steuermann von einem Navi helfen lassen. Keinen Fehler darf er sich hingegen bei der Kühlerfigur erlauben: Nimmt die Queen in England auf der Rückbank Platz, wird eine Statue des Heiligen Georg aufgesteckt. Bei Fahrten durch Schottland dagegen muss es ein Löwe sein – schließlich ist die Queen auch Königin der Schotten und soll dort nicht unter fremder Flagge segeln.

Versprochen wird dem neuen Chauffeur auch Unterstützung bei seiner beruflichen Weiterentwicklung. Fragt sich nur, was nach diesem Job noch kommen soll.

Harald John

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