Winterwetter im Norden

Wochenende bringt neuen Schnee und Kälte

+
Foto: Im Oberharz – wie hier am Brocken – liegen bereits 30 Zentimeter Schnee.

Goslar - Die Schlitten können aus dem Keller geholt werden – zumindest im Harz: Dort liegen bis zu 30 Zentimeter Schnee. Am Wochenende kommt in ganz Niedersachsen noch mehr dazu. Eine Weihnachtsprognose wagt aber bisher niemand.

Schnee bis ins Flachland hat den Norden am Nikolaustag in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. Und in Niedersachsen soll es in den kommenden Tagen weiter eisigkalt und rutschig bleiben. Mehr Schnee wird vor allem im Westen des Landes erwartet, sagte am Donnerstag ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Der Harz bereitet sich für das Wochenende auf den ersten Ansturm von Wintersportfreunden vor: Vor allem Rodler finden in den höheren Lagen schon überall gute Möglichkeiten vor. In Torfhaus ist von Samstag an auch Abfahrtski möglich, dort werden die Lifte in Betrieb genommen, sagte eine Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes. „Am Freitag wird entschieden, ob auch Langlauf-Loipen gespurt werden“, sagte sie.

Im Braunlage sagte Kurdirektor Christian Klamt: „Wir haben hervorragendes Winterwetter, knapp 20 Zentimeter Schnee und die Sonne scheint. Wir gehen davon aus, dass wir am Wochenende den Skiliftbetrieb auch innerorts in Gang bringen können.“ In Braunlage sollen in dieser Saison zwei neue Rodellifte und ein neuer Schlepplift in Betrieb genommen werden, der erste eventuell schon an diesem Wochenende.

Schon am Freitag wird in ganz Niedersachsen neuer Schnee erwartet, an der Nordsee kann es dazu auch stürmisch werden. „Im Raum Bremen und westlich davon fallen fünf bis zehn Zentimeter Schnee. Da wird sich auch schon der Berufsverkehr morgens darauf einstellen müssen“, sagte Meteorologe Thomas Ruppert. Tagsüber werden Höchsttemperaturen um Null Grad erwartet. Samstag gibt es dann zunächst eine Wetterberuhigung, bevor es am Sonntag mit bis zu minus 5 Grad Celsius noch ein wenig kälter wird. „Der Sonntag beginnt wieder mit Schnee, der im Laufe des Tages im Nordwesten dann in Regen übergeht.“

Generell hatten sich die Autofahrer im Norden auf den Wintereinbruch gut eingestellt. Die Polizei registrierte nur wenige Glätteunfälle. Zu einem größeren Vorfall kam es auf der A1 bei Sittensen im Kreis Rotenburg, wo ein Sattelzug bei Schneeglätte ins Schleudern geriet und alle drei Fahrbahnen blockierte. Ein nachfolgender Transporter landete bei einem Ausweichmanöver im Straßengraben, die Autobahn musste mehrere Stunden voll gesperrt werden. Die Fahrer wurden leicht verletzt.

Wintereinbruch im Norden - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Im Kreis Stade kam es während des Schneefalls zu 15 Unfällen mit Blechschäden. Im Kreis Wolfenbüttel wurde ein sieben Jahre altes Kind auf dem Weg zur Schule leicht verletzt, als ein Auto ins Rutschen kam. Auf der Bundesstraße 69 zwischen Diepholz und Vechta kam es nach einem Unfall mit einem Sattelzug stundenlang zu Behinderungen, weil vor der Bergung die Ladung abgesaugt werden musste, 21 Tonnen Weizenkleie.

Auch zu Beginn nächster Woche soll es in Niedersachsen winterlich bleiben und immer wieder Schnee geben, sagt Meteorologe Ruppert. „Alles was danach kommt, kann ich ihnen nicht sagen, das wäre Kaffeesatzleserei“, meint der Wetterexperte. Und wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten im Norden? „Gehen sie mal davon aus, dass das in ihrer Gegend eher grün und grau wird zum Fest - das ist zumindest die Vermutung aufgrund der reinen Statistik.“

dpa/frs

13518041352262

Kommentare