Rudel soll überwacht werden

Wolf in Munster künftig mit Sender unterwegs

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Foto: Experten des Umweltministeriums können die Wege eines Wolfsrudels künftig nachvollziehen.

Munster - Erstmals ist ein Wolf aus dem auffälligen Rudel in Munster mit einem Sendehalsband versehen worden. Vom Umweltministerium in Hannover beauftragte Fachleute haben dem zuvor mit einem Betäubungspfeil ruhig gestellten Tier am Montagmorgen ein Halsband mit Sender umgelegt.

Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums in Hannover mit.Anfang Mai hatte das Umweltministerium angekündigt, die Überwachung des Rudels vom Truppenübungsplatz Munster zu verstärken. Gemeinsam mit der Bundesforstverwaltung, der Landesjägerschaft Niedersachsen und weiteren Experten solle die wiederholte Sichtung von Tieren mit geringer Scheu vor Menschen untersucht werden.

Mehrfach hatten zuvor Spaziergänger und Landwirte von Annäherungen der Tiere bis auf wenige Meter berichtet.

Die Wölfe sind zurück

Lange war der Wolf in Deutschland ausgerottet, erst nach dem Fall der Mauer kam er aus Osteuropa zurück. Nach mehreren engen Begegnungen zwischen Mensch und Wolf werden zunehmend auch kritische Stimmen laut, Nutztierrisse sorgen für Schlagzeilen.

Mittlerweile leben wieder rund 30 Rudel, vier Paare und vier Einzeltiere in den bislang 38 Territorien Deutschlands, sagt die Wildbiologin Dr. Britta Habbe. Sie kümmert sich im Auftrag der Landesjägerschaft Niedersachsen um das Wolfsmonitoring. Damit seien bundesweit vermutlich rund 300 freilebende Tiere unterwegs, das wären fast doppelt so viele Wölfe wie noch vor zwei Jahren. Mindestens 50 von ihnen leben in Niedersachsen. Dazu kommen die in den vergangenen Wochen geborenen Welpen, das sind laut Habbe im Schnitt fünf pro Rudel. Die meisten Wölfe ziehen durch Sachsen und Brandenburg.

In Europa leben nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) mehr als 10 000 Wölfe - Russland nicht mitgerechnet. Die in Mitteleuropa meist etwa 40 Kilogramm schweren Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Auf seinen Streifzügen kann ein hungriger Wolf in einer Nacht gut 50 Kilometer zurücklegen. Auf seinem Speiseplan stehen Rehe, Rothirsche und Wildschweine. Unter den Nutztieren sind besonders Schafe betroffen. Das Revier eines Rudels ist häufig mehr als 200 Quadratkilometer groß.

dpa

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