Unwetter über Deutschland

Wolkenbrüche spülen ganze Straßen weg

+
In Meißen zerstörten Schlammlawinen mehrere Straßen.

Berlin - Unwetter sind am Dienstag über Deutschland hinweg gezogen: Mancherorts war schon nach einer Stunde alles vorbei, die Folgen aber hielten Feuerwehrleute noch lange in Atem. Besonders betroffen war Sachsen.

Nach heftigen Regenfällen haben Schlammlawinen in Meißen und Dresden mehrere Straßen verwüstet und unpassierbar gemacht. Fahrbahndecken wurden aufgerissen, Autos von den Geröllmassen zerstört. Menschen wurden nach Polizeiangaben nicht verletzt. Die Höhe der Schäden konnte zunächst nicht beziffert werden. Knapp drei Stunden lang prasselte der Regen zwischen Dresden und Meißen auf das Elb- und das Triebischtal nieder. In Meißen fielen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in einer Stunde 37 Liter Regen pro Quadratmeter, in Dresden-Strehlen waren es sogar 40 Liter. "Das war eine Gewitterfront. Die enormen Wassermassen haben die Felder nicht aufnehmen können", sagte ein Polizeisprecher in Dresden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauerten auch Stunden nach dem Unwetter noch an. Die Stadt Meißen schaltete ein Bürgertelefon.

Auch in anderen Teilen des Freistaates war die Feuerwehr nach den heftigen Gewittern im Dauereinsatz. Im Raum Chemnitz standen laut Polizei mehrere Autos unter Wasser, Gullydeckel wurden von den Wassermassen hochgedrückt. Der Verkehrswarndienst warnte für die Autobahn 4 (Dresden-Chemnitz) vor Gefahr durch Wasser auf der Fahrbahn. In Dresden setzte ein Blitzschlag laut Polizei einen Dachstuhl in Brand. Zudem standen Keller, Straßen, Unterführungen und ein Tunnel unter Wasser. "Mehrere Autos blieben in den Fluten stecken", berichtete der Polizeisprecher. Die Feuerwehr rückte in Dresden bis zum Abend zu 190 Einsätzen aus. In Leipzig gab es nach Angaben der Verkehrsbetriebe Störungen und Verspätungen bei Bussen und Bahnen. Das Landeshochwasserzentrum Sachsen gab für alle Flussgebiete im Freistaat mit Ausnahme der Elbe Warnungen heraus.

In Sachsen-Anhalt ließ der starke Regen einen Hang abrutschen. Die Erdmassen stießen in Wettin in der Nacht zu Mittwoch gegen ein zum Teil bewohntes Haus, das evakuiert wurde, wie eine Sprecherin des Landkreises in Merseburg mitteilte. Im Saalekreis wurden in der Nacht zudem mehrere Straßen überspült. Am Vormittag habe sich die Lage aber wieder normalisiert. Die Feuerwehr in Brandenburg rückte rund 100 Mal aus.

In den kommenden Tagen soll es in weiten Teilen Deutschlands weiter regnen. Im Norden prallen die von Tief Annetraut und Hoch Vinko nach Deutschland transportierten Luftmassen aufeinander. Erst zu Himmelfahrt am Donnerstag soll es sich wieder etwas beruhigen. Zumindest in der Nordhälfte des Landes und im Südwesten können Vatertags-Ausflügler auf trockenes Wetter hoffen.

dpa/frs

17620513613489

Kommentare