Vorwürfe der Homophobie

Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich gegen Kritik

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Foto: Aufruf zu Totschlag und Volksverhetzung? Das Duo Xavas in der Kritik.

Berlin - Nach der Strafanzeige gegen Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich die Musiker, die zusammen als Xavas auftreten, gegen die scharfe Kritik an ihrem Song über Ritualmorde an Kindern.

Dem Duo Xavas wird von der Jugendorganisation der Linkspartei vorgeworfen, in dem sogenannten Hidden Track "Wo sind sie jetzt" ihres Nummer-eins-Albums "Gespaltene Persönlichkeit" zu schwerer Körperverletzung aufzurufen sowie Homosexualität und Pädophilie gleichzustellen. "Ich möchte klarstellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen", erklärte Savas am Donnerstag. "Was künstlerisch versucht wurde, war, die Verzweiflung und die Wut zum Ausdruck zu bringen, die ein Mensch genau in der Sekunde empfindet, in der er erfährt, dass ein Kind missbraucht wurde." Naidoo betonte: "Ich stehe, seit ich denken kann, mit der katholischen Kirche auf Kriegsfuß, weil sie Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht respektiert und akzeptiert. Diese Haltung ist völlig inakzeptabel, und wer gegen diese Menschen Verachtung und Hass aufbringt, der hat Jesus nicht verstanden."

Zudem erklärteNaidoo den umstrittenen Song, mit dem sich das Duo Xavas die Strafanzeige einhandelte, ausführlicher: "Ich beschäftige mich seit 1996 mit der Thematik, dies war kurz bevor der Fall Dutroux ans Licht kam. Seitdem dachte ich, wenn ich in meinem Leben eines erreichen möchte, dann, dass nie wieder Kinder auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen."

Naidoo sagte, er sei selbst im Alter von acht Jahren in die Hände eines pädophilen Mannes geraten und habe "in gewisser Hinsicht Verständnis für deren tragisches Schicksal, da sie Triebtäter sind. Und gegen ihren Trieb nichts ausrichten können". Mit Blick auf den Song "Wo sind die jetzt" fügte er hinzu: "Natürlich gilt der Ruf im Refrain unter anderem unseren aktuellen Führern, Politikern und Verantwortlichen in Medien, Polizei, Verfassungs- und sogar Staatsschutz. Es ist mir unverständlich, wie man das falsch interpretieren kann."

Das Statement der Musiker im Internet finden Sie hier.

dapd

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