Schnellbahntrasse

Y-Trasse: Bahn sucht Dialog mit Bürgergruppen

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Foto: Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube will im Konflikt um die Y-Trasse einen Kompromiss finden.

Walsrode - Bislang ist der Streit um die Y-Trasse mit harten Bandagen ausgefochten worden. Jetzt rückt Bahnchef Rüdiger Grube auf die Kritiker zu und vverspricht mehr Bürgerbeteiligung.

Im jahrelangen Konflikt um die Y-Trasse sucht Bahnchef Rüdiger Grube offenbar einen Kompromiss mit Bürgerinitiativen, die das Großprojekt vehement bekämpfen. Nach einem zweistündigem Treffen am Freitagnachmittag in Hünzingen bei Walsrode sagte der Bahnmanager: „Wir wollen Infrastrukturprojekte völlig anders angehen. Wir wollen eine Lösung lehrbuchartig gemeinsam erarbeiten - und das alles völlig ergebnisoffen.“ An der Runde nahmen auch der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Ulrich Bischoping, und ein Vertreter des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums teil.

Christoph Chilla, Vorsitzender der Bürgerinitiative in der Wedemark (Region Hannover), sprach anschließend von einem „Dialog auf Augenhöhe“. Nach Ansicht der vier Bürgerinitiativen, die sich gegen die Schnellbahntrasse zwischen Hamburg, Hannover und Bremen zur Wehr setzen, markiert das gestrige Gespräch eine Zäsur in den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Das Verfahren zur Y-Trasse soll beispielhaft für Bürgerbeteiligung bei Großprojekten der Bahn werden.

Bereits am nächsten Wochenende wird Grube die Bürgerinitiativen erneut besuchen und mehrere Orte, die an der geplanten Trasse liegen, selbst in Augenschein nehmen. Auch an der Machbarkeitsstudie, die im ersten Quartal 2013 vorgestellt werden soll, sollen die Bürgerinitiativen, aber auch die Kommunen beteiligt werden. Für November kündigte Grube einen weiteren Besuch in Walsrode an. Er brachte selbst eine zweite Streckenvariante über Maschen ins Spiel: „Die Y-Trasse ist geöffnet. Ab jetzt machen wir das gemeinsam.“

Ursula Kallenbach und Jens Rein

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