U-Bahn fährt wieder

In New York kehrt nach "Sandy" etwas Normalität zurück

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Foto: Teilweise fährt in New York die U-Bahn wieder, viele Menschen müssen aber auch noch auf Busse ausweisen.

New York - Die Finanz- und Wirtschaftsmetropole New York kehrt nach Supersturm „Sandy" schneller als erwartet zur Normalität zurück. Die Stadt entschied, am Donnerstag wieder die unbeschädigten Teile des wichtigen U-Bahnnetzes in Betrieb zu nehmen. Im verwüsteten New Jersey haben die Aufräumarbeiten hingegen gerade erst begonnen.

Die Zahl der Todesopfer stieg laut Behördenangaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf mindestens 72. Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte US-Präsident Barack Obama. Angesichts der Todesopfer und der großen Zerstörungen wolle sie ihr tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken, erklärte Merkel. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer."

An der von „Sandy" betroffenen Region an der US-Ostküste versuchten die Menschen überall, wo es möglich war, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Am Mittwoch hatten bereits die beiden Flughäfen John F. Kennedy und Liberty Airport in New Jersey wieder geöffnet, am Donnerstag sollte der New Yorker Stadtflughafen LaGuardia folgen. Auch in den Theatern am Broadway kehrte am Mittwochabend das Leben wieder zurück. Viele New Yorker nutzten dabei die Busse, die allerdings in der ganzen Stadt mit Staus zu kämpfen hatten, da die Ampeln immer noch nicht funktionierten.

Die Wall Street nahm mithilfe von Notstromaggregaten den Handel wieder auf. Die öffentlichen Verkehrsmittel in New York sollten am Donnerstag und Freitag umsonst zur Verfügung stehen. Damit solle der Straßenverkehr entlastet werden, sagte der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo. Drei von sieben überfluteten U-Bahn-Tunneln seien mittlerweile frei gepumpt worden. Zugleich schwor er die Menschen auf langwierigere Reparaturarbeiten ein. „Wir werden etwas Geduld und Toleranz benötigen", sagte er. Mehr als ein Dutzend U-Bahnlinien wollten am Donnerstag ihren Betrieb aufnehmen, aber keine Fahrt sollte in Gebiete unterhalb der 34. Straße gehen. Dort liegen die am schwersten betroffenen Stadtteile.

Obama gibt den Krisenmanager

Präsident Barack Obama, der für New York und Long Island den Notstand ausgerufen hatte, besuchte am Mittwoch New Jersey, wo er sich zusammen mit dem republikanischen Gouverneur Chris Christie als überparteilicher Krisenmanager präsentieren konnte. New Jersey könne mit langfristiger Hilfe durch die Bundesregierung rechnen, versprach Obama. Er werde auch nicht zulassen, dass Bürokratie die Hilfen behindere.

CNN berichtete unterdessen von einem geborstenen Treibstofftank in einer Raffinerie in der Ortschaft Sewaren südlich von New York. Ein Großteil des Diesels sei in von einem Auffangsystem absorbiert worden, sagte ein Sprecher der Raffinerie. Genauere Angaben lagen nicht vor. Sewaren liegt an der Atlantikküste. Das Sturmtief zog inzwischen in Richtung Kanada weiter.

dapd

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