Naturschutzbund ist besorgt

Zahl der Golfklubs verdoppelt sich

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Golfspielen wird auch bei jungen Leuten wie hier auf dem Platz am Blauen See in Garbsen immer beliebter.

Hannover - Die Zahl der Golfclubs in Niedersachsen und Bremen hat sich in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt. Die inzwischen 89 Anlagen zwischen Harz und Küste sind ein Zuwachs von 94 Prozent seit 1992.

Die Zahl der Spieler hat sich im selben Zeitraum sogar locker verdreifacht, das Plus liegt bei 243 Prozent. Der Sport verzeichnete vergangenes Jahr mit einem Zuwachs von 1300 Golfern auf insgesamt 73.000 Spieler seinen neuen Mitglieder-Höchststand. Die Zahlen gehen aus Statistiken des Golf-Verbandes Niedersachsen/Bremen (GVNB) hervor. Demnach entstanden nicht nur auch in der jüngeren Vergangenheit noch immer neue Plätze – auch die Mitgliederzahlen in den bestehenden Clubs legten weiter zu.

An der Entwicklung lässt sich ablesen, dass Golf ein Wirtschaftsfaktor ist. Direkt hängen an den Clubs Arbeitsplätze, etwa in der Verwaltung, Platzpflegemannschaft oder Gastronomie. Da die Anlagen oft ihr Gelände pachten, profitieren je nach Grundbesitz beispielsweise auch Bauern oder das Land. Und indirekt hängen an der Sportart zig Arbeitsplätze etwa im Tourismus oder Sportfachhandel.

Bundesweit zählte der Deutsche Golfverband (DGV) zur Jahreswende 635.097 registrierte Golfspieler – so viele wie nie zuvor. 719 Anlagen stehen zwischen Alpen und dänischer Grenze.

Der DGV müht sich mit seinem Zertifikat namens Golf&Natur seit Anfang 2005 um den Einklang zwischen Golfplatzbau und -betrieb mit der Tier- und Pflanzenwelt. Die Thematik ist immer wieder auch Anlass für Konflikte. Denn nicht jeder Platz entsteht auf einem Acker, auf dem Landwirte zuvor Monokulturen anbauten. Die Naturschützer vom Wattenrat in Ostfriesland beispielsweise warnen vor dem Trugschluss, dass die grünen Golfplätze immer ein Gewinn für die Natur seien.

Auch der Naturschutzbund Nabu forderte 2011 zum 25-Jahr-Jubiläum des Wattenmeer-Nationalparks unmissverständlich: „Die Ruhezonen von Strandvögeln oder Hochwasserrastplätzen hinter den Deichen müssen für Kitesurfing, Golfplätze und Bauvorhaben tabu sein.“

Heiko Lossie/dpa

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