Unfallstatistik für Niedersachsen

Zahl der Verkehrstoten steigt drastisch an

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Foto: Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle in Niedersachsen ist im ersten Halbjahr 2014 stark gestiegen.

Hannover - Auf den Straßen in Niedersachsen fährt die Gefahr mit. Innenminister Boris Pistorius präsentiert alarmierende Zahlen: Im ersten Halbjahr 2014 stieg die Zahl der Verkehrstoten um 23 Prozent auf 200.

Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle in Niedersachsen ist im ersten Halbjahr 2014 stark gestiegen. Die Zahl der Verkehrstoten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 200, die der Schwerverletzten um 17 Prozent auf 3039, teilte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag in Hannover mit. Zusätzlich gab es an den beiden zurückliegenden Juli-Wochenenden 14 weitere Verkehrstote.

Die Zahl der tödlichen Unfälle, bei denen Autofahrer mit ihrem Wagen gegen einen Baum prallten und starben, legte um 49 Prozent zu. Der Anstieg schwerer Unfälle fiel in Niedersachsen kräftiger aus als im Bundesschnitt. Vor allem Motorradfahrer, die wegen des milden Winters schon früh unterwegs waren, zählten zu den Opfern. Als Hauptgrund für die meisten Unfälle machte die Polizei zu schnelles Fahren aus. Unfallschwerpunkte sind nach wie vor die Landstraßen, wo Unfälle mit überhöhtem Tempo oft mit einem tödlichem Crash am Baum enden.

Auch auf den Autobahnen, und dort auch in den Baustellen, gab es mehr Unfälle. Risikogruppen blieben junge Fahrer, auch aber Senioren ab 65 Jahren. Auch Unachtsamkeit, etwa wegen des Hantierens mit dem Mobiltelefon, führte zu Unfällen. "Fakt ist, wer das Telefon während der Fahrt bedient, legt einen vorübergehenden Blindflug hin", sagte Pistorius.

Sieben Tote Kinder

Besonders tragisch sei, dass 2014 bereits sieben Kinder bei Unfällen in Niedersachsen gestorben sind. Vier waren Insassen von Autos, drei waren als Fußgänger unterwegs ist. Angesichts der bevorstehenden Sommerferien riet Pistorius den Menschen, ohne Eile zu reisen. "Wir müsssen einfach alle defensiver fahren." Außerdem werde geschaut, ob es an Unfallschwerpunkten weitere Blitzer-Kontrollen geben werde. Bei der Fahrt in den Urlaub riet Pistorius, sich Zeit zu nehmen, sich über Staus zu informieren und das Reisegepäck vor allem auf den Gepäckträgern gut zu befestigen. Warnwesten sollten für alle Mitfahrer vorhanden sein.

dpa

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