Verheerende Schlammlawine

Zahlreiche Opfer nach Erdrutsch in den USA

+
Dutzende Menschen werden noch vermisst. Angehörige beten für deren Überleben.

Oso - Die Suche nach Überlebenden in einer meterhohen Schlammlawine im US-Staat Washington war am Montag ohne Erfolg. Stattdessen fanden die Rettungsteams weitere Leichen. Die Zahl der Opfer stieg auf 14 an.

Zwei Tage nach einem verheerenden Erdrutsch im US-Staat Washington haben die Einsatzteams sechs weitere Leichen geborgen. Dies teilte der Bezirksleitung von Snohomish County am Montagabend (Ortszeit) via Twitter mit. Damit ist die Todeszahl auf 14 gestiegen. Die ersten acht Leichen waren am Wochenende gefunden worden. Dutzende Menschen werden noch vermisst.

Bei dem Erdrutsch in der kleinen Gemeinde Oso, rund 100 Kilometer nördlich von Seattle, waren am Samstag mindestens 30 Häuser zerstört worden. Schwere Regenfälle hatten die gewaltige Schlammlawine ausgelöst. Mit Spürhunden, Hubschraubern und elektronischen Geräten wurde am Montag die Suche nach Vermissten fortgesetzt.

Der Verbleib Dutzender Menschen war zunächst ungeklärt. Es seien 108 „Berichte über Namen“ von möglichen Vermissten eingegangen, sagte John Pennington vom Notfallmanagement im Snohomish County bei einer Pressekonferenz. Diese Angabe sei noch vage und entspreche am Ende nicht unbedingt der Zahl der Toten oder Vermissten, erklärte er.

„Die Situation ist sehr düster“, sagte Feuerwehrchef Travis Hots am Montag. Es gebe trotzdem noch Hoffnung, einige Opfer lebend zu retten. Man arbeite mit vielen Hilfskräften „sehr hart“ daran, Schlammmassen aus dem Weg zu räumen.

Die Schlammlawine sei mehr als 450 Meter lang, sagte der Geologe Dave Norman. Das Geröll- und Schlammfeld, in dem nach Überlebenden gesucht wird, ist stellenweise bis zu zehn Meter tief. Dies sei einer der größten Erdrutsche, den er je gesehen habe, gab der Wissenschaftler an. Die Verwüstung bedeckt eine Fläche von mehr als 360 Fußballfeldern. Auch ein breiter Abschnitt einer Bundesstraße wurde von der Schlammlawine abgeschnitten.

dpa

Kommentare