Kleine Sensation

Zwei Buckelwale in der Ostsee gesichtet

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Foto: Die Besatzung eines Zollschiffes hatte am Montag zwei Buckelwale am Leuchtturm Kalkgrund am Eingang der Flensburger Förde gesichtet.

Stralsund - Es ist schon selten, dass sich Buckelwale in die Ostsee verirren. Jetzt wurden gleichzeitig zwei der Giganten beobachtet. Experten zufolge können sie es eine Weile in der Ostsee aushalten, müssen aber irgendwann den Ausgang in die Nordsee finden.

Erstmals seit der Aufzeichnung von Walbeobachtungen sind zwei Buckelwale gleichzeitig in der Ostsee gesichtet worden. Dass sich Buckelwale in die Ostsee verirren, sei schon eine Seltenheit, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, am Dienstag der dpa. „Dass zwei Tiere zusammen gesichtet wurden, hatten wir noch nie.“ Möglicherweise seien die Tiere Fischschwärmen in die Ostsee gefolgt.

Die Besatzung eines Zollschiffes hatte am Montag die beiden Tiere am Leuchtturm Kalkgrund am Eingang der Flensburger Förde gesichtet. Dort hätten sie sich eine halbe Stunde beobachten lassen, bevor sie vermutlich in Richtung der süddänischen Stadt Sonderburg weitergezogen seien. Die letzten Buckelwal-Beobachtungen in der deutschen Ostsee stammen von 1766, 1978, 2003 und 2008.

Experten zufolge können es die beiden Meeressäuger eine Weile in der Ostsee aushalten, müssen aber irgendwann den Ausgang in die Nordsee finden. „Die Tiere haben eine dicke Speckschicht, kommen auch monatelang ohne üppiges Futter aus“, sagte Benke. Sie bräuchten aber die arktischen Gewässer, um sich satt zu fressen und ihrem normalen Sozialverhalten nachgehen zu können.

Mit einer geschätzten Größe von acht bis zehn Metern handelt es sich offenbar um zwei noch recht junge Buckelwale. „Wir sind auf weitere Daten angewiesen, um zu erfahren ob es sich wirklich um zwei Halbstarke handelt“, sagte Benke, der die Tiere anhand von Bildmaterial identifiziert hatte. Die Jungtiere kämen mit einer Länge von etwa vier Metern in den Winterquartieren in tropischen Gewässern zur Welt und blieben nach der Geburt etwa ein Jahr bei der Mutter. In dieser Zeit können sie eine Größe von bis zu neun Metern erreichen. Ausgewachsene Tiere werden bis zu 15 Meter lang.

„Ossi“, der Wal von 1978, hatte es wieder in die Nordsee geschafft. Auch „Bucki“, der 2008 gesichtet wurde, gelang der Weg in die Ozeane. Der Buckelwal von 2003 war ein Totfund. Er wurde am Strand von Groß Schwansee (Mecklenburg-Vorpommern) entdeckt.

dpa

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