Rätselhafter Leichenfund

Zwei Männer aus Celle getötet

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Foto: Am Dienstag fanden Polizisten in einer Wohnung in Celle zwei tote Männer. Die Todesursache ist bislang noch unklar.

Celle - In einem Haus in Celle hat die Polizei zwei tote Männer gefunden. Zur Todesursache wollte die Polizei am Mittwoch noch nichts sagen, Erst am Donnerstag sollen weitere Ergebnisse bekannt gegeben werden. Am Tatort gebe es "eine Masse von Spuren", sagte ein Polizeisprecher.

Zwei tote Männer geben der Polizei in Celle Rätsel auf. Die Leichen der Getöteten wurden bereits am Dienstagabend in einem Wohnheim für sozial Schwache in der Celler Neustadt entdeckt. Fest steht, dass die Männer durch Gewalteinwirkung ums Leben kamen. Näheres zum Ergebnis der Obduktion will die Polizei erst heute mitteilen. Auch zur Identität der Toten wollte der Celler Polizeisprecher am Mittwoch noch keine Angaben machen. Gerüchten zufolge soll es sich um Männer zwischen 25 und 50 Jahren handeln, die der Celler Trinkerszene zugerechnet werden.

In einem Anruf, der am Dienstagabend bei der Polizei einging, war zunächst nur von einem Mann mit einer Platzwunde am Kopf die Rede. Als die Beamten wenige Minuten später am Ort des Geschehens eintrafen, stellten sie fest, dass der Mann bereits an den schweren Verletzungen verstorben war. Im Nachbarraum entdeckten die Polizisten einen weiteren Toten. „Es gibt eine Masse Spuren“, sagt Polizeisprecher Christian Riebandt. „Die müssen wir jetzt in Ruhe auswerten.“ Wie die Männer getötet worden seien, könne aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht mitgeteilt werden. „Das ist Täterwissen.“ Die Polizei hat eine 30-köpfige Sonderkommission gebildet.

Unterdessen brodelt in Celle die Gerüchteküche. Die Getöteten waren in der örtlichen Szene bekannt. Sie verkehrten in einer Gruppe, deren Mitglieder täglich am Schlossplatz oder im Schatten der Stadtkirche ihr Bier trinken - sozial Schwache, die zum Teil obdachlos sind. Einer der Toten soll Achim B. heißen, wie eine Frau erzählt, die erst zwei Stunden zuvor vom Tod des Bekannten erfahren hat. „Ich bin total schockiert“, sagt sie. „Bis vor vier Wochen war ich selbst öfter in dem Haus und habe da meine Freundin besucht.“ Achim B. sei so etwas wie der Chef des Hauses gewesen. „Er war immer sehr großzügig, hat alle eingeladen und jeden reingelassen“, erzählt die Frau. Bei einer der letzten Begegnungen habe sie ihn noch gewarnt, etwas vorsichtiger zu sein. „Der war immer so vertrauensselig.“

Andere wollen wissen, dass ein Mann schon viele Stunden vor dem Anruf bei der Polizei die Leichen entdeckt hat. Die Rede ist von einem Massaker - durchgeschnittenen Kehlen, einem Sack über dem Kopf eines Opfers und vielen Messerstichen. Die Nachbarn indessen bekamen offenbar nichts von der Gewalttat mit. Sie wussten nicht einmal, wer in Haus Nummer 16 wohnte. „Da war ständig ein Kommen und Gehen“, sagt eine Nachbarin.

Gunther Meinrenken

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