Reisende aus Osteuropa

Zwei Menschen sterben bei Busunglück im Elsass

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Foto: An einer Autobahnabfahrt in der Nähe der elsässischen Stadt Mulhouse kam es am Dienstag zu einem schweren Busunglück.

Straßburg - Ein Buswrack, Rettungshubschrauber, Tote und Verletzte: Auf einer französischen Autobahn bietet sich am Dienstagmorgen ein grausiges Bild. Bei einem schweren Unfall sterben zwei Menschen. Erst wenige Stunden zuvor war ein Bus in England verunglückt.

Zwei Tote, sechs Menschen in Lebensgefahr und 26 weitere Verletzte: Für eine Gruppe von Reisenden aus Osteuropa ist die Fahrt nach Frankreich in einer Katastrophe geendet. Der polnische Fahrer ihres Reisebusses verlor am Dienstagmorgen kurz hinter der deutsch-französischen Grenze die Kontrolle über das doppelstöckige Fahrzeug. Kurz darauf stürzt es um.

Ursache des Unglücks war nach Behördenangaben vermutlich ein zu abrupter Fahrspurwechsel nahe der elsässischen Stadt Mulhouse (deutsch: Mülhausen). Der Fahrer soll in letzter Sekunde versucht haben, eine Autobahnausfahrt zu nehmen. Er kam in Polizeigewahrsam. Erste Alkohol- und Drogentests fielen negativ aus.

Sechs Schwerverletzte schwebten nach offiziellen Angaben in Lebensgefahr und wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser geflogen. 150 Rettungskräfte sowie 60 Gendarmen waren im Einsatz, um die zahlreichen Verletzten zu versorgen und die Unfallstelle an der A36 zu räumen. Insgesamt waren nach Behördenangaben 65 Reisende an Bord, die meisten von ihnen aus Polen. Hinzu kamen zwei Fahrer sowie eine Begleitperson.

Fünf Menschen wurden zunächst vermisst. Ermittler vermuteten, dass sich ukrainische Saisonarbeiter ohne Papiere unter den Reisenden gewesen sein könnten, die nach dem Unfall flüchteten. Nach Informationen der Regionalzeitung „Dernières Nouvelles d’Alsace“ waren auch die anderen Fahrgäste überwiegend Erntehelfer, die zur Weinlese in Frankreich unterwegs waren.

Der Bus war am frühen Morgen in der westpolnischen Grenzstadt Slubice gestartet. Er sollte nach der Fahrt durch Deutschland mit mehreren Zwischenstopps die südfranzösischen Mittelmeerstädte Marseille und Nizza anfahren. Das Außenministerium in Warschau richtete eine Hotline für Angehörige ein, die sich über das Schicksal der Passagiere erkundigen wollen. Das polnische Konsulat in Lille sprach von 40 Verletzten. Die Reise wurde von dem polnischen Reiseveranstalter Sindbad organisiert, der Fahrten in zahlreiche europäische Länder anbietet.

Der Bus selbst wurde von der Firma Albatros aus dem südostpolnischen Przemysl gestellt. Diese wollte auch Ersatzfahrzeuge an den Unfallort nahe der Stadt Mulhouse schicken. Das Reiseunternehmen Sindbad betonte in einer Stellungnahme, der für die Fahrt verwendete Bus habe alle technischen Bedingungen erfüllt.

Bei Busunglücken kommt es immer wieder zu zahlreichen Verletzten und Toten. Nur wenige Stunden vor dem Unglück im Elsass kamen in der englischen Grafschaft Surrey drei Menschen ums Leben. Der Bus mit 51 Passagieren an Bord war gegen 23.50 Uhr gegen einem Baum am Straßenrand geprallt und hatte sich daraufhin überschlagen.

Anfang des Monats stürzte in Marokko ein voll besetztes Fahrzeug in eine Schlucht. 42 Menschen wurden mit in den Tod gerissen. Am 13. März kamen in einem Schweizer Tunnel 28 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen belgische Schulkinder auf einer Klassenfahrt in die Schweiz.

dpa

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