Unglück in Göttingen

Zwei Schwerverletzte bei Explosion

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Foto: In diesem Gebäude kam es zu einer Verpuffung, zwei Ärzte wurden schwer verletzt.

Göttingen - Schweres Unglück in der Göttinger Innenstadt: Eine 55-jährige Ärztin und ein 30 Jahre alter Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes haben sich bei einer Verpuffung in den Räumen eines Blutspendedienstes so schwere Brandverletzungen zugezogen, dass Lebensgefahr besteht. Die Unglücksursache ist unklar.

Die beiden Ärzte waren beim Anliefern von Material ins Treppenhaus getreten und hatten die Explosion offenbar durch das Anschalten des Flurlichtes ausgelöst. Eine Stichflamme setzte ihre Kleidung in Brand. Brennend liefen die beiden Menschen auf die Straße. Dort halfen nach Zeugenaussagen Passanten dabei, die Flammen mit Decken zu löschen.

Dennoch erlitten beide schwerste Brandverletzungen. Sie wurden zunächst ins Uni-Klinikum gebracht, müssen aber zur Spezialbehandlung in Kliniken in Hannover und Halle mit besonderer Abteilung für Brandopfer geflogen werden. Der Mann soll in Lebensgefahr schweben.

Die Explosion im Treppenhaus, das von einem Selbstbedienungsrestaurant und dem Blutspendedienst genutzt wird, war um 10.08 Uhr gemeldet worden. Die Wucht der Detonation hatte sogar Wände eingedrückt. Die Erschütterung war offenbar so groß, dass das Gebäude vollkommen gesperrt wurde. Die Mitarbeiter von Blutspendedienst, Restaurant und der ebenfalls in dem Haus befindlichen Büros und Praxen mussten das Gebäude verlassen. Notfallmanager der Uni-Klinik kümmerten sich vor dem Gebäude um sichtlich mitgenommene Restaurantmitarbeiter, die notdürftig mit Decken versorgt wurden.

Die Blutspendedienst der Uniklinik

Seit Mai 2012 hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) den zusätzlichen innenstadtnahen Blutspendedienst im so genannten Grotefendhaus an der Weender Landstraße 1. Es ist die zweite Anlaufstelle der Transfusionsmedizin neben der Blutspende im Klinikum. Auf 350 Quadratmetern gibt es Empfang, Warte- und Praxisräume mit sechs Spenderliegen, einen Imbissraum und Platz zum Erholen der Spender. In den Laborräumen werden die Blutspenden sofort bearbeitet, wofür verschiedene Gase bereit gehalten werden müssen. Die Abteilung Transfusionsmedizin gewinnt im Jahr rund 20.000 Vollblutspenden. Zwischen 100 und 150 Blutspender pro Woche besuchen die Räume am Weender Tor. Eine Ärztin und drei Arzthelferinnen sind in der Regel dort tätig. Die Explosion ereignete sich am Freitag, noch ehe die Räume für Spender geöffnet wurden.

ck

Der Bereich um das Gebäude war am Vormittag für Fußgänger weiträumig abgesperrt. Der Autoverkehr wurde umgeleitet. In den Räumen des Blutspendedienstes wurden auch Gasflaschen – etwa mit Stickstoff, Wasserstoff und Acetylen – gelagert, die ursächlich für die Explosion sein könnten. Feuerwehr und Polizei schließen auch eine undichte Gasleitung zur Versorgung der Heizung nicht aus.

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