Zusammenstoß mit Kran

Zwei Tote bei Hubschrauberabsturz in London

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Ein Hubschrauber ist in das Londoner Stadtzentrum abgestürzt.

London - Die Polizei nennt es ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist: Mitten in der Rushhour am Morgen stürzt ein Hubschrauber im Zentrum von London ab. Zwei Menschen sterben, mindestens zwölf werden verletzt.

Mitten in der Rushhour am Morgen ist am Mittwoch ein Hubschrauber im Zentrum Londons abgestürzt. Der vom Kurs abgekommene Hubschrauber war im Nebel in den Baukran eines noch unvollendeten Wolkenkratzers im Stadtteil Vauxhall geflogen und nach dem Zusammenprall in einem Feuerball zur Erde gesunken. Bei dem Unglück wurden der Pilot und ein Passant getötet und 13 Menschen verletzt. „Wie durch ein Wunder“ habe es keine weiteren Opfer gegeben, sagte ein Sprecher der Londoner Polizei.

Der entflammte Treibstoff des Wracks setzte eine ganze Straße in Brand. Ein Autofahrer musste aus seinem brennenden Wagen gerettet werden. Passanten liefen um Hilfe rufend durch die Straßen. Teile des Krans hingen am Mittwoch weiter auf dem Hochhaus. Rettungskräfte mussten sie absichern.

er Aufprall ereignete sich morgens um 8 Uhr an einem der belebtesten Knotenpunkte Londons. Der obere Teil des St.-George-Wharf-Komplexes, in den der Hubschrauber prallte, lag in dichtem Nebel. Der noch nicht ganz fertiggestellte St.-George-Wharf-Tower wird mit seinen 51 Stockwerken demnächst zu den höchsten Gebäuden Europas gehören.

Der Hubschrauber hätte sich 175 Meter von dem Tower entfernt halten müssen. Er befand sich auf einem Flug von der Grafschaft Surrey nach Hertfordshire, war aber umgeleitet und auf ungewöhnlich niedriger Flughöhe gesichtet worden. Der Pilot hatte nach Angaben des Londoner Helikopterlandeplatzes vor dem Unfall anfragen lassen, ob er wegen des schlechten Wetters bei ihnen landen dürfte. Es habe jedoch nie direkten Kontakt mit dem Hubschrauber gegeben, wie es weiter hieß. Aus Sicht des Flugexperten Chris Yates könnte das Wetter mit Nebel und schlechter Sicht zu dem Unfall beigetragen haben. „Die letzte Frage ist, ob der Pilot fit war“, sagte Yates.

Zahlreiche Augenzeugen gaben an, im ersten Moment des Unglücks an einen Terrorangriff geglaubt zu haben – zumal die Unglücksstelle nur wenige Hundert Meter von der Zentrale des britischen Geheimdienstes MI6 entfernt liegt. Die Polizei schloss ein Attentat jedoch schnell aus. Hubschrauberflüge gehören zum Alltag in der britischen Hauptstadt. Außer von Geschäftsleuten werden sie von Politikern, der königlichen Familie sowie für Krankentransporte genutzt. Londoner, die das Unglück gestern mitansahen, äußerten sich schockiert darüber, „wie der Hubschrauber in einer Rauchwolke zu Boden stürzte“ und Teile des Krans mit sich riss.

„Als ich die Explosion hörte, war es wie ein kleines Erdbeben“, sagte eine Anwohnerin. Der Kranführer entkam dem Unglück knapp, weil er verspätet zur Arbeit kam. Mehrere Straßenzüge wurden abgeriegelt, und der Bahnhof und die U-Bahn-Station von Vauxhall geschlossen, was zu einem Verkehrschaos führte.

Der ums Leben gekommene Pilot hatte bei zahlreichen Filmproduktionen mitgemacht. So flog er unter anderem für Szenen in Filmen wie „Der Soldat James Ryan“, „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“.

Peter Nonnenmacher (mit:dpa/dapd)

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