Kairo

Ägyptischer Generalstaatsanwalt stirbt bei Anschlag

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Foto: Eine Bombe ist am Montagmorgen in der Nähe des ägyptischen Generalstaatsanwalts explodiert. Der Mann starb.

Kairo - Die Straße sieht aus wie ein Schlachtfeld. In einem der ausgebrannten Autos saß der ägyptische Generalstaatsanwalt. Der Zeitpunkt des tödlichen Terroranschlags ist wohl kein Zufall.

Der ägyptische Generalstaatsanwalt ist bei einem Anschlag in Kairo getötet worden. Wie das Staatsfernsehen am Montag berichtete, starb Hischam Barakat an inneren Blutungen, nachdem am Morgen eine Bombe in der Nähe seines Autokonvois explodiert war.

Fernsehbilder zeigten mehrere ausgebrannte Fahrzeuge am Tatort im Norden Kairos. Zunächst hatte es geheißen, Barakat habe das Attentat überlebt. Nach Angaben des Senders wurden mindestens fünf Polizisten und ein Zivilist verletzt, die staatsnahe Zeitung "Al-Ahram" berichtete von neun Verletzten.

Auf Facebook bekannte sich eine Gruppe namens "Volkswiderstand" zu dem Anschlag. Es wird vermutet, dass die Gruppe eine Verbindung zur verbotenen Muslimbruderschaft des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi hat. Sie hatte sich in der Vergangenheit zu mehreren kleinen Bombenangriffen bekannt.

Am Dienstag jährt sich die Amtsübernahme des Islamisten Mursi zum dritten Mal. Genau ein Jahr später war es in Kairo zu Massenprotesten gegen den Präsidenten gekommen, wenige Tage danach wurde Mursi von der Armee abgesetzt. Staatsanwälte hatten neben Sicherheitskräften eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Proteste vonAnhängern der Bruderschaft gespielt. Sie eröffneten Verfahren gegen Hunderte von angeblichen Unterstützern Mursis.

Seit dem Sommer 2013 sind in Ägypten vor allem Polizisten bei Angriffen mit Bomben getötet oder erschossen worden. Im September 2013 überlebte der damalige Innenminister Mohammed Ibrahim einen Bombenangriff.

dpa

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