Kampf gegen Terror

Al-Kaida-Vize durch Drohne im Jemen getötet

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Foto: Al-Wahischi war Ende der 1990er Jahre nach Afghanistan gegangen und dort zu einem Vertrauten von Osama bin Laden aufgestiegen.

Sanaa - Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist den USA ein entscheidender Schlag gelungen: Der Vizechef von Al-Kaida, Nasser Al-Wahischi, wurde bei einem Luftangriff getötet. Er soll hinter dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" stecken.

Die Terrororganisation Al-Kaida hat den Tod ihres Vizechefs Nasser Al-Wahischi bestätigt. In einer am Dienstag im Internet verbreiteten Videobotschaft erklärte ein Sprecher, Al-Wahischi sei bei einem Luftangriff der USAim Jemen ums Leben gekommen. Der weltweit gesuchte Extremist war als Stellvertreter von Aiman Al-Sawahiri die Nummer zwei des Terrornetzwerks.

Drahtzieher des Charlie-Hebdo-Anschlags

Zugleich war er Anführer von dessen mächtigem Ableger AQAP auf der Arabischen Halbinsel, der als Drahtzieher des Anschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar dieses Jahres gilt. Die USAhatten eine Belohnung von bis zu zehn Millionen US-Dollar auf Al-Wahischi ausgesetzt.

Aus Quellen im Jemen hieß es, Al-Wahischi sei bereits am Freitag getötet worden. Zu dessen Nachfolger als AQAP-Chef erklärte die Terrororganisation Kassim Al-Rimi, den bisherigen Militärchef des Ablegers.

Killerdrohnen regelmäßig im Einsatz

Zu der Aktion gegen Al-Wahischi äußerte sich das Militär auf Anfrage nicht. Auch die US-Geheimdienste setzen Killerdrohnen ein, bestätigen deren Einsätze aber in der Regel nicht. Bereits am vergangenen Wochenende soll bei einem US-Angriff in Libyen der ebenfalls gesuchte Top-Terrorist Mokhtar Belmokhtar getötet worden sein.

Der JemenitAl-Wahischi war Ende der 1990er Jahre nach Afghanistan gegangen und dort zu einem Vertrauten des damaligen Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden aufgestiegen. Nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan durch eine US-geführte Militärkoalition floh er 2002 in den Iran. Dort wurde er festgenommen und an sein Heimatland ausgeliefert.

Spektakuläre Flucht durch Tunnel

Er blieb ohne Anklage inhaftiert, bis ihm im Februar 2006 mit 22 anderen Häftlingen die Flucht durch einen Tunnel gelang. 2007 stiegAl-Wahischi zum Chef des Al-Kaida-Zweigs in seinem Heimatland auf. Dieser schloss sich im Januar 2009 mit dem saudi-arabischen Ableger zur Organisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel zusammen. Die USA betrachten AQAP als den gefährlichsten Zweig des Terrornetzwerks.

dpa/afp

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