Unesco-Weltkulturerbe

Altstadt von Sanaa teilweise zerstört

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Foto: In Jemens Hauptstadt Sanaa wurden Teile des Unesco-Weltkulturerbes zerstört.

Sanaa - Kurz vor den Jemen-Friedensgesprächen in Genf nimmt die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz die Hauptstadt Sanaa unter Beschuss. Dabei sind Teile der Altstadt zerstört worden. Seit 1986 gehören 6000 Gebäude aus dem 11. Jahrhundert zum Unesco-Weltkulturerbe.

Es war Zeugenangaben nach der erste Angriff auf den historischen Stadtteil seit Beginn der Bombardements am 26. März: Am Freitag sind in Sanaa angeblich mindestens sieben Zivilisten getötet und vier Häuser in der Altstadt zerstört worden. Auch ein Waffenlager der Huthi-Rebellen wurde laut Anwohnern bombardiert. Zuvor hatte in Sanaa zwei Tage angespannte Ruhe geherrscht.

Noch gibt es für Angriffe keine offizielle Bestätigung. Die von Saudi-Arabien angeführte arabische Koalition bestreitet die Angriffe auf das historische Zentrum bisher. "Wir wissen, dass diese Stätten sehr wichtig sind", sagte der Sprecher der Koalition, General Ahmed al-Assiri. "Wir haben mit Sicherheit innerhalb der Stadt keine Operation gestartet."

Laut Anwohnern jedoch gab es direkte Treffer auf das vor dem elften Jahrhundert errichtete Viertel Kassimi, das seit 1986 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Bilder aus Sanaa zeigen aber eindeutig zerstörte Gebäude. Die Unesco zeigte sich bestürzt. Sie sei zutiefst erschüttert über die fünf Todesopfer und die Zerstörungen in einem "der ältesten Juwelen" der islamischen Kultur, sagte Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova am Freitag in Paris.

Die Unesco hat die Altstadt von Sanaa 1986 auf ihre Welterbeliste genommen. Sie liegt in 2200 Meter Höhe in einem Bergtal und war eines der größten Zentren für die Ausbreitung des Islams. Zur historischen Altstadt Sanaas zählen mehr als 6000 meist mehrgeschossige Häuser, die vor dem elften Jahrhundert errichtet wurden.

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