Vor dem Bankrott

Athen leiht sich kurzfristig 1,3 Milliarden

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Foto: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras versucht die Pleite seines Landes irgendwie abzuwenden.

Athen - Das von der Pleite bedrohte Griechenland hat sich kurzfristig frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Laut der Schuldenagentur PDMA konnten insgesamt 1,3 Milliarden Euro für 13 Wochen in Form kurzlaufender Staatspapiere aufgenommen werden.

Die Rendite der versteigerten Papiere lag – wie bei einer vergleichbaren Auktion im Vormonat – bei 2,7 Prozent. Athen hat sich das Geld geliehen, weil es am 19. Juni 1,6 Milliarden Euro Schulden refinanzieren muss. In der griechischen Finanzpresse wird damit gerechnet, dass das restliche Geld an diesem Donnerstag in die Staatskasse fließt.

Denn dann dürfte Athen wie üblich im Rahmen eines gesonderten Verfahrens zusätzliche Wertpapiere versteigern. Kurzfristig ist es Athen auch dank des Stillhaltens der Europäischen Zentralbank noch möglich, Geld aufzunehmen. Längerfristig ist der Gang an den Kapitalmarkt seit langem verwehrt, weil der Staat vor der Pleite steht.

Das Bankensystem überlebt derzeit nur mit Notkrediten der Zentralbank. Bis 30. Juni muss Athen zudem eine Tilgungsrate in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlen. Der Währungsfonds stimmte Anfang Juni kurz vor einem Zahlungstermin zu, dass Athen alle in diesem Monat fällig werdenden Tilgungsraten bündeln und erst zum Monatsende überweisen kann.

dpa

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