Wegen Griechenland-Hilfen

Bosbach erwägt Rückzug aus der Politik

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Berlin - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach erwägt wegen der erneuten Verlängerung der Griechenland-Hilfen offenbar einen Rückzug aus der Politik. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag – bekannt für sein Nein in der Frage – will offenbar nicht immer der Quertreiber bei dem Thema sein.

"Jede Abstimmung ist auch eine Frage der Solidarität mit der Bundesregierung. Ich will nicht immer die Kuh sein, die quer im Stall steht", sagte Bosbach der "Rheinischen Post" (Dienstag) mit Blick auf die Abstimmung im Bundestag an diesem Freitag. "Ich überlege persönlich, wie es weitergehen soll."

Ohne eine Verlängerung würde das Hilfsprogramm für Athen am 28. Februar auslaufen. Im Bundestag ist mit einer breiten Mehrheit von Schwarz-Rot zu rechnen. Bosbach sagte der Zeitung: "Es werden wieder Milliarden an Griechenland fließen. Ob eine Gegenleistung erbracht wird, ist höchst unsicher." Es sei von der griechischen Regierung kein einziger Punkt vorgelegt worden, der die Wettbewerbsfähigkeit des Landes steigere.

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, ob er seinen Rückzug ins Auge fasse, erklärte der 62-Jährige, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Aber: "Ich möchte nicht ständig gegen den Kurs der Regierung stimmen, nicht als Quertreiber gelten. Ich werde jetzt in Ruhe überlegen, wie es weitergeht, und dafür werde ich mir Zeit nehmen." Bosbach ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter.

dpa

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