Ausbildungsmission

Deutsche Soldaten bleiben in Afghanistan

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Die Bundeswehr bleibt mit bis zu 850 Soldaten in dem Krisenland.

Berlin - Auch nach dem Ende ihres 13-jährigen Kampfeinsatzes in Afghanistan bleibt die Bundeswehr mit bis zu 850 Soldaten in dem Krisenland. Ihre Hauptaufgabe wird die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte sein.

Der Bundestag stimmte am Donnerstag der neuen Ausbildungsmission "Resolute Support" (Entschlossene Unterstützung) zu. 473 von 593 Abgeordneten votierten dafür, 102 dagegen, 18 enthielten sich. Zum Jahreswechsel ersetzt die neue Mission den Nato-Kampfeinsatz Isaf, an dem sich zeitweise mehr als 5000 deutsche Soldaten beteiligten.

Gefährlich bleibt es für die Bundeswehr trotzdem. Ihre Hauptaufgabe wird zwar die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte sein. Die deutschen Soldaten sollen aber auch für die Sicherung, den Schutz und die Evakuierung militärischer und ziviler Kräfte eingesetzt werden können. Dafür sollen auch Spezialkräfte bereit stehen. „Es ist kein Kampfeinsatz mehr“, betonte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aber. Der Linken-Politiker Jan van Aken nannte das eine Lüge. Seine Fraktion lehnte den Einsatz ebenso ab wie die Mehrheit der Grünen-Abgeordneten. Der Grünen-Politiker Tom Koenigs sagte, er glaube nicht, dass der neue Einsatz die Sicherheit in Afghanistan verbessern werde. Allein in diesem Jahr wurden bis Mitte November rund 6000 afghanische Sicherheitskräfte und rund 3000 Zivilisten in dem Konflikt mit den radikalislamischen Taliban getötet.

An dem neuen Nato-Einsatz werden insgesamt etwa 12.000 Soldaten aus
40 Ländern teilnehmen. Die Bundeswehr wird wieder eine Führungsaufgabe in Nordafghanistan haben, wo sie weiter das Feldlager in Masar-i-Scharif betreibt. 200 der 850 deutschen Soldaten werden in der Hauptstadt Kabul stationiert sein. Das Mandat ist auf ein Jahr begrenzt. Der Einsatz soll aber mindestens zwei Jahre dauern.Der Kommandeur der deutschen Soldaten in Afghanistan hält es für möglich, dass es auch künftig Todesfälle geben werde. „Es ist Teil unseres Berufes, dass so etwas passieren kann. Und darüber sind wir uns auch bewusst“, sagte Brigadegeneral Harald Gante.

Die Nato-geführte Isaf-Mission startete 2001 nach den Anschlägen vom
11. September in New York und läuft zum Jahresende aus. 55 deutsche Soldaten starben. Die Mission Resolute Support hat einen Gesamtumfang von etwa 12 .000 Soldaten. Die USA stellen mit 9800 Soldaten und Spezialkräften das größte Kontingent.

Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter am Donnerstag einen Polizisten mit in den Tod gerissen. Drei weitere Polizisten wurden schwer verletzt, als der Angreifer den Sprengsatz an einem Kontrollpunkt am Stadtrand zündete. Kurz darauf bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag.

Michael Fischer

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