Neues Treibhausgas-Abkommen

Erfolg für den Klimaschutz: Aus für FCKW-Ersatzstoffe

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Auch die FCKW-Ersatzstoffe sollen künftig in Kühlschränken nicht mehr eingesetzt werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Seit mehr als 20 Jahren müssen neue Kühlschränke in Deutschland FCKW-frei sein. Doch auch die Ersatzstoffe bedrohen das Klima. Im Kampf gegen die Erderwärmung gelingt in Ruanda ein weiterer Durchbruch.

Kigali (dpa) - Die Staatengemeinschaft hat sich bei einer Konferenz in Ruanda auf ein Folgeabkommen zum Verbot klimaschädlicher Treibhausgase geeinigt. Das teilte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in der ruandischen Hauptstadt Kigali mit.

Der Kompromiss sei der größte Erfolg seit dem Ende des Pariser Klimagipfels von Ende 2015. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sprach von einem "Meilenstein für den weltweiten Klimaschutz".

Ziel des Abkommens ist die schrittweise Abschaffung der in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendeten Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Diese Chemikalien sind chlorfreie Ersatzstoffe der FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe).

"Die Staatengemeinschaft hat sich im Kampf gegen den Klimawandel erneut als handlungsfähig erwiesen", sagte Hendricks. Wenn die Welt jetzt den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen schaffe, könne die drohende Erderwärmung um bis zu ein halbes Grad Celsius verringert werden.

Die in Kigali getroffene Vereinbarung enthält der Erklärung zufolge zeitlich gestufte Verpflichtungen für Industrie- und Entwicklungsländer zur Reduktion von Produktion und Verbrauch von 17 teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW). Für Industrieländer ist demnach von 2019 bis 2036 eine Verringerung um 85 Prozent vorgesehen, für die Entwicklungs- und Schwellenländer eine Reduktion um 80 beziehungsweise 85 Prozent im Zeitraum von 2024 bis 2047. Bei Erfüllung ihrer Verpflichtungen erhalten die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützungen von den Industriestaaten.

An der Konferenz in Kigali hatte auch US-Außenminister John Kerry teilgenommen. "Es ist ein gewaltiger Schritt nach vorn", sagte er der BBC. Auch die Europäische Union (EU) sprach von einem wichtigen Erfolg. "Das ist ein großer Sieg für das Klima. Wir haben den ersten konkreten Schritt getan, um die Ankündigungen von Paris vom vergangenen Dezember zu erfüllen", sagte Klimakommissar Miguel Arias Cañete nach EU-Angaben. Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch sprach von einem "Durchbruch im weltweiten Klimaschutz".

Schon zuvor hatten sich zahlreiche Staaten dafür eingesetzt, den Einsatz der für das Klima hochschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) zu verringern. Ende Juli hatten Vertreter aus 25 Ländern in Wien in einer gemeinsamen Erklärung eine entsprechende Nachbesserung des Montrealer Protokolls verlangt. FKW seien als Treibhausgase 100- bis 1000-fach schlimmer als Kohlendioxid. Sie sind darüber hinaus extrem langlebig.

Zum Schutz der Ozonschicht hatten sich 1987 fast 200 Staaten im Montrealer Protokoll auf ein Verbot der massenhaft als Treibgase, Kühlmittel oder für Schaumstoffe verwendeten FCKW geeinigt. Seit 1995 dürfen in Deutschland keine Kühlschränke mit dem Ozonkiller FCKW mehr hergestellt werden.

Seit einigen Jahren zeichnet sich aber ab, dass die FKW als Ersatzstoffe zwar die Ozonschicht nicht angreifen, aber massiv zur Klimaerwärmung beitragen. Im Gegensatz zu den übrigen Treibhausgasen kommen Fluorkohlenwasserstoffe in der Natur nicht vor.

UNEP bei Twitter

US-Außenminister Kerry bei Twitter

Mitteilung EU-Kommission

Umweltbundesamt zu FKW und FCKW

Germanwatch

Hendricks

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