Von der Leyen erhebt Vorwürfe gegen Airbus

„Es geht um Deutschlands Verlässlichkeit“

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Foto: Von der Leyen erwartet „dass der Konzern alle Hebel in Bewegung setzt, um die Auswirkungen der unternehmensinternen Probleme auf die Bundeswehr so gering wie möglich zu halten“.

Berlin - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Airbus scharf für neue Verzögerungen bei der Lieferung des neuen Bundeswehr-Transportflugzeugs A400M kritisiert.

„Hier steht weit mehr auf dem Spiel als das Image eines Industrieunternehmens, es geht um Deutschlands Verlässlichkeit in seinen Bündnissen“, sagte von der Leyen dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Die von Airbus angekündigten erneuten Verzögerungen bei der A400M treffen uns zur ungünstigsten Zeit.“ Sie erwarte, „dass der Konzern alle Hebel in Bewegung setzt, um die Auswirkungen der unternehmensinternen Probleme auf die Bundeswehr so gering wie möglich zu halten“.

Die erste A400M war im Dezember mit vier Jahren Verspätung an die Bundeswehr ausgeliefert worden. Die neuen Transportflugzeuge lösen die bis zu 46 Jahre alten „Transalls“ ab. Insgesamt hat Deutschland 53 Exemplare bestellt. 40 davon erhält die Bundeswehr, 13 sollen weiterverkauft werden.

Der „Spiegel“ hatte bereits vor einer Woche über eine Analyse der europäischen Organisation für gemeinsame Rüstungsprojekte (OCCAR) berichtet, nach der in diesem Jahr statt der fünf geplanten bestenfalls zwei Maschinen ausgeliefert werden könnten. Bei der Kontrolle der ersten A400M durch die Bundeswehr im November 2014 sind nach Informationen des Magazins 875 Mängel festgestellt worden.

dpa

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