Mindestens 13 Verletzte

Gewaltausbruch in Thüringer Flüchtlingsheim

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Polizeibeamte versuchten die Situation in der Flüchtlingsunterkunft in Suhl zu schlichten.

Suhl - Weil ein Heimbewohner mit dem Koran unflätig umgegangen sei, kam es in einer Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Suhl zu einer Auseinandersetzung von rund 50 Flüchtlingen. Die Polizei versuchte zu schlichten, das gelang ihr allerdings nicht. Zehn Heimbewohner und drei Polizisten wurden verletzt.

Nach den Ausschreitungen in einer Suhler Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei einen Mann in Schutzgewahrsam genommen. Wie die Thüringer Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, wurde der Asylbewerber zu Beginn des Streits am Mittwochabend von rund 20 anderen Heimbewohnern verfolgt, weil er mit dem Koran unflätig umgegangen sei.

Später beteiligten sich etwa 50 Flüchtlinge an dem Streit, weitere 50 sollen zugeschaut haben. Die Polizei versuchte, die streitenden Parteien zu trennen. Die Lage eskalierte allerdings. Polizisten seien von den Flüchtlingen attackiert und mit Steinen sowie Stangen beworfen worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei der Auseinandersetzung wurden drei Beamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Erst nach vier Stunden hatte sich die Lage wieder beruhigt.

Das Flüchtlingsheim stand bereits häufiger in der Kritik: Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) hatte Anfang August mit der Schließung der Unterkunft wegen Baumängeln gedroht. Nachdem diese beseitigt worden waren, war die Schließung vom Tisch. Thema war aber auch immer wieder die massive Überbelegung im Heim. Diese war Auslöser für eine Schlägerei in der Einrichtung Anfang August. Wegen Platzmangels sollten die Flüchtlinge damals auf dem Gang schlafen. Der Flüchtlingsrat forderte in diesem Zusammenhang von der Landesregierung eine weitere Erstaufnahmestelle.

dpa

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