Gesundheitliche Gründe

Italiens Staatspräsident Napolitano zurückgetreten

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Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano ist zurückgetreten.

Rom - Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano ist zurückgetreten. Das teilte der Präsidentenpalast am Mittwoch in Rom mit. Der 89-jährige Napolitano hatte seinen Rückzug bereits im Vorfeld angekündigt und auf sein hohes Alter und seinen Gesundheitszustand verwiesen.

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano ist wie erwartet zurückgetreten. Der 89-Jährige unterzeichnete am Mittwoch nach fast neun Jahren im Amt seinen Rücktritt, teilte der Quirinalpalast in Rom mit. Premierminister Matteo Renzi muss nun einen mehrheitsfähigen Kandidaten für das höchste Staatsamt präsentieren, damit das krisengeschüttelte Italien nicht wie bei der vorigen Präsidentenwahl in politische Turbulenzen gerät. Bereits in seiner Neujahrsansprache hatte Napolitano angekündigt, aus Altersgründen abzutreten.

Bis ein neues Staatsoberhaupt gefunden ist, übernimmt Senatspräsident Pietro Grasso die Funktion. Napolitano war seit Mai 2006 im Amt und war in chaotischen politischen Zeiten der Krisenmanager. Er stand für Stabilität und war bei der Bildung mehrerer Regierungen entscheidend beteiligt. Eigentlich wollte er schon im April 2013 das Amt abgeben - doch nachdem zwei Kandidaten bei der Präsidentenwahl gescheitert waren, ließ er sich zu einer weiteren Amtszeit überreden. Renzi hatte gewarnt, dass sich dieses Wahl-Debakel nicht wiederholen dürfe.

„König Giorgio“ - Italiens schwer zu ersetzender Präsident

In Italien wird er „Re Giorgio“ genannt, „König Giorgio“. Der 89-jährige Giorgio Napolitano war in den letzten Jahren die Schlüsselfigur in der italienischen Politik. Er steuerte das Land in seiner fast neunjährigen Amtszeit als Präsident durch vier turbulente Regierungswechsel und durch die Finanzkrise 2011.

Im Mai 2006 trat Napolitano das höchste Staatsamt an, er war der erste Ex-Kommunist in dieser Position. Die schwerste Regierungskrise musste der studierte Jurist 2011 managen, als der damalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi nach Steuer- und Sex-Skandalen unhaltbar wurde. Napolitano setzte Mario Monti als Regierungschef ein. Kritik, er reiße die Macht an sich, folgte.

Napolitano war als Europafreund international anerkannt. Auch soll er einer der wenigen gewesen sein, der vorab vom Rücktritt von Papst Benedikt XVI. erfahren hat. Schon bei seiner Wiederwahl 2013 hatte er angekündigt, das Amt aus Altersgründen nicht mehr lange auszuüben.

Geboren am 29. Juni 1925 in Neapel in gutbürgerlichen Verhältnissen, schloss er sich mit 17 Jahren dem Widerstand gegen den faschistischen Diktator Benito Mussolini an. Nachdem er 1945 der Kommunistischen Partei Italiens beigetreten war, wurde er 1953 Abgeordneter. Napolitano war auch Präsident der Abgeordnetenkammer und Innenminister. Er hat mit seiner Frau Clio zwei Söhne.

dpa

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