Sprecher übernimmt Vorsitz

Lucke wird alleiniger AfD-Chef

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Foto: Ab 2016 allein an der Spitze: AfD-Sprecher Bernd Lucke.

Berlin - Nach wochenlangem Richtungs- und Personalstreit folgt die AfD-Spitze nun weitgehend den Vorgaben ihres bekanntesten Sprechers, Bernd Lucke. An der Parteispitze soll ab Dezember 2015 Lucke als alleiniger Vorsitzender stehen.

In der Übergangszeit bis Dezember strebt Frauke Petry, derzeit neben Lucke und Konrad Adam eine der drei Vorsitzenden der Bewegung, eine Doppelführung mit Lucke zusammen an.

Petry, die auch Vorsitzende der AfD-Fraktion in Sachsen ist, bestätigte nach einer Krisensitzung der AfD-Führung diese Grundsatzvereinbarung gegenüber der HAZ. „Wir alle gehen davon aus, dass Bernd Lucke dann derjenige sein wird, der zum ­
1. Dezember 2015 allein den Vorsitz übernimmt.“ Sie wies darauf hin, dass bis Ende des Jahres „die programmatischen Pflöcke eingerammt sind, sodass wir auch mit nur einem Vorsitzenden gut leben können.“ In der Übergangszeit bekannte sich Petry dazu, dass sie ihre Rolle auch als Dialogpartnerin zu der islamfeindlichen Bewegung Pegida, die vor allem in Sachsen viele Anhänger hat, sieht. „Ich stehe für den Dialog mit Pegida. Es ist politisch untauglich, die Bürger zu diffamieren.“

Zugleich begrüßte Petry, dass sich die neu aufgestellte Pegida-Bewegung am Sonntag erstmals der TV-Debatte stelle. Pegida-Mitorganisatorin Kathrin Oertel will am Sonntag erstmals in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ vor Millionenpublikum diskutieren. Sie finde es „sehr gut“, dass der bisherige Pegida-Cheforganisator, der umstrittene Lutz Bachmann, nicht mehr im Zentrum stehe, erklärte Petry. „Das Pegida-Team hat sich intern neu strukturiert. Ich halte Kathrin Oertel für eine gute Repräsentationsfigur. Und ich hoffe, dass es mit ihr eine fruchtbare Diskussion bei Günther Jauch in der ARD gibt.

Von Dieter Wonka

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