Ukraine-Konflikt

Mehrere Tote bei Gefechten in der Ukraine

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Foto: In den vergangenen 24 Stunden sollen mindestens elf Menschen bei Gefechten in der Ukraine getötet worden sein.

Kiew - Der Friedensfahrplan in der Ukraine soll am Sonntag in Kraft treten - noch dauern die Gefechte zwischen ukrainischer Armee und den Rebellen aber an. In den vergangenen 24 Stunden sollen mindestens elf Menschen getötet worden sein. In Donezk sind seit Freitagmorgen Raketeneinschläge zu hören.

Die Gewalt in der Ostukraine dauert trotz der Einigung auf einen Friedensfahrplan an. Binnen 24 Stunden seien mindestens elf Menschen getötet worden, teilten die ukrainische Armee und die Rebellen am Freitag mit. Nach Angaben des Militärs wurden acht Soldaten getötet und 34 weitere verletzt. Die Stadtverwaltung der Rebellenhochburg Lugansk erklärte, beim Beschuss der Stadt seien drei Zivilisten ums Leben gekommen und fünf Einwohner verletzt worden.

Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten waren in der von Rebellen kontrollierten Stadt Donezk seit Freitagmorgen Raketeneinschläge und Artilleriefeuer zu hören. Armeesprecher Wladislaw Selesnew sagte, auch die Lage rund um den umkämpften Bahnknotenpunkt Debalzewe sei weiterhin äußerst angespannt. Nach Angaben Moskaus sind dort bis zu 8000 ukrainische Soldaten von den Rebellen eingeschlossen. Beobachter vermuten, dass die prorussischen Kämpfer bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe in der Nacht zum Sonntag versuchen wollen, die Stadt einzunehmen.

Die Kiewer Regierung und die prorussischen Rebellen hatten sich am Donnerstag auf ein „Maßnahmenpaket“ zur Umsetzung der Minsker Verträge von Anfang September verständigt. Ab Sonntag 00.00 Uhr (Ortszeit) tritt in der Ostukraine eine Waffenruhe in Kraft. Zudem wurde der Abzug schwerer Waffen und die Einrichtung einer Pufferzone vereinbart. In dem seit zehn Monaten andauernden Konflikt wurden bereits mehr als 5400 Menschen getötet und 13.000 weitere verletzt.

Nach Angaben Moskaus wollte Putin bei dem Ukraine-Gipfel in der weißrussischen Hauptstadt eine sofortige Waffenruhe durchsetzen. Der schließlich auf Sonntag festgelegte Beginn der Feuerpause sei „auf Wunsch der Separatisten“ vereinbart worden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ (Freitagsausgabe). Der russische Staatschef habe während der Gespräche in Minsk „beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die Rebellen von einer Unterzeichnung des Dokuments zu überzeugen“. Der Verhandlungsmarathon habe sich hingezogen, weil Kiew es abgelehnt habe, direkt mit den Vertretern der prorussischen Rebellen zu kommunizieren.

afp

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