Merkel und Modi in Berlin

Merkel aufgeschlossen für Indiens Militäraufrüstung

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Modi und Merkel trafen Absprachen für vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Bildung, Klima, Umwelt - wie das Reinigen von Flüssen - und erneuerbare Energien.

Berlin - Indien mit seiner riesigen Bevölkerung gilt als stabile Demokratie und wichtiger Partner des Westens in Asien - Deutschland will die Beziehungen nun ausbauen. Dabei geht es auch um Rüstungsgüter.

Die Bundesregierung steht indischen Plänen zur militärischen Aufrüstung des 1,25 Milliarden-Einwohner-Landes offen gegenüber. „Auf jeden Fall hören wir den Wunsch Indiens nach Kooperation auch in diesem Bereich durchaus mit aufgeschlossenen Ohren“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit Indiens Premierminister Narendra Modi am Dienstag in Berlin. Im europäischen Verbund könne es etwa um Flugzeuge und U-Boote gehen. „Da sehe ich keine Probleme. Da liegt aber keine akute Entscheidung an“, betonte Merkel. Ob es hier „Veränderungsbedarf“ gebe, werde bis zu den dritten deutsch-indischen Regierungskonsultationen Anfang Oktober in Neu Delhi geprüft.

Es war der erste offizielle Deutschlandbesuch Modis seit seiner Wahl im vorigen Jahr. Er reiste mit einer großen Wirtschaftsdelegation an. Die Atommacht Indien gewinnt aufgrund ihrer Stellung als größte Demokratie der Welt und Annäherung an die Bevölkerungsstärke Chinas (etwa 1,35 Milliarden Menschen) zunehmend an politischem und wirtschaftlichem Gewicht. Modi sicherte deutschen Unternehmen ein wirtschaftsfreundliches Umfeld zu, „wo es leicht sein wird, Geschäfte zu entwickeln“. Indien könne niedrige Lohnkosten bieten. „Wir haben die Demografie, die Demokratie und die Nachfrage“, sagte Modi.

Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Bildung, Klima, Umwelt

Modi und Merkel trafen Absprachen für vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Bildung, Klima, Umwelt - wie das Reinigen von Flüssen - und erneuerbare Energien. Dabei geht es auch um die indischen Initiativen „Make in India“, „Clean India“ und „Digital India“. Modi forderte ferner die Wiederaufnahme der seit zwei Jahren auf Eis liegenden Verhandlungen der Europäischen Union und Indiens über ein Freihandelsabkommen. Auch Merkel betonte, hier wäre es „wünschenswert, letzte Hindernisse zu überwinden“.

Eine engere Zusammenarbeit soll es auch in der Terrorismusbekämpfung geben. Hier hätten die beiden Länder dieselben Herausforderungen zu bewältigen, sagte Merkel. Modi nannte den Terrorismus einen „Angriff auf die Menschheit“. Er plädierte erneut für einen ständigen Sitz Indiens, Deutschlands, Japans und Brasiliens im Weltsicherheitsrat. Die Vollendung der Reform des UN-Sicherheitsrats forderte er zum 70. Jahrestag der Gründung der Organisation in diesem Jahr.

dpa

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