50 Kampfpanzer

Neues Panzerbataillon zieht nach Bergen

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Am Rande des Nato-Schießplatzes Bergen wird eine neue Garnison eingerichtet und darin ein neues Panzerbataillon aufgestellt.

Bergen - Nach zahlreichen Standortschließungen leitet die Bundeswehr in Niedersachsen eine kleine Trendwende ein: Am Rande des Nato-Schießplatzes Bergen wird eine neue Garnison eingerichtet und darin ein neues Panzerbataillon aufgestellt. Etwa 700 Soldaten sollen Gebäude im Lager Hergen-Hohne beziehen.

Der neue Verband wird über knapp 50 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 verfügen und in die 1. Panzerdivision der Bundeswehr integriert.

Auch soll die Kommandantur für sämtliche Übungsplätze in Norddeutschland ihren Sitz in Bergen-Hohne haben. Zudem wird Personal aus dem Truppenlager Oerbke (bei Bad Fallingbostel) vom West- an den Ostrand des Nato-Schießplatzes verlegt. Insgesamt werden etwa 1500 Soldaten und mehrere Hundert Zivilbedienstete der Armee künftig ihren Arbeitsplatz in der neuen Bundeswehr-Garnison haben. Der Abzug der Briten werde damit zwar nicht vollständig kompensiert, sagte Bergens Bürgermeister Rainer Prokop (CDU) am Freitag vor Journalisten. Er sei dennoch hocherfreut über die Pläne des Verteidigungsministeriums. Bergen werde den Soldaten und deren Familien fast neue Einfamilienhäuser anbieten. Minderwertige Wohnblocks, derzeit noch von den Briten belegt, sollen größtenteils abgerissen werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im vergangenen Jahr bei mehreren Besuchen in der Heide eingeräumt, dass der Standort Bergen für die Panzertruppe von großer Bedeutung sei und ein Ausgleich für den Abzug der Briten geschaffen werden solle. In den nächsten Tagen will sie den Auftrag zur Stationierung des neuen deutschen Bataillons unterschreiben. Parallel dazu bietet sie der niederländischen Armee an, ihre kleine Panzertruppe nach Bergen zu verlegen und hier eine neue multinationale Zusammenarbeit innerhalb der Nato in die Wege zu leiten.Für das neue deutsche Panzerbataillon werden auf Vorschlag des verteidigungspolitischen Sprechers der Unionsfraktion im Bundestag, Henning Otte, Teile ehemaliger Panzerbataillone aktiviert. Konkret geht es um das Panzerbataillon 33 aus Neustadt-Luttmersen und einen vergleichbaren nicht aktiven Verband aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern. „Unser Kampf für Bergen hat sich gelohnt. Der drohende Kaufkraftverlust kann jetzt weitgehend ausgeglichen werden“, stellte Otte fest.

Doch es sind längst nicht alle Probleme gelöst, die durch den Abzug der Briten entstehen. Zum einen wird der neue Verband nur einen Teil des riesigen Kasernenkomplexes in Bergen-Hohne beanspruchen. Zum anderen stößt eine gewerbliche Nutzung des demnächst geräumten Truppenlagers Oerbke an der Autobahn 7 auf erhebliche Schwierigkeiten. Ein Verkauf von Teilflächen verbiete sich, sagt Otte, weil dann die rechtliche Genehmigung des gesamten Nato-Schießplatzes ungültig werde. Deshalb komme in Oerbke wie in Bergen-Hohne allenfalls eine Verpachtung von Flächen und Gebäuden am Rand de Übungsgeländes infrage.

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