Terror durch Boko Haram

Nigeria erwägt Verschiebung der Wahlen

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Foto: Offiziell führten Regierungsvertreter zuletzt Sicherheitsbedenken an, die eine Verschiebung der Wahlen nötig machen könnten.

Abuja - Angesichts der fortgesetzten Terrorangriffe der Islamistenmiliz Boko Haram in Nigeria erwägt die staatliche Wahlkommission eine Verschiebung der Wahlen im Land. Daraufhin haben die USA ein Festhalten am Wahltermin gefordert. Kritiker sehen in der Verschiebung der Wahlen einen Versuch von Präsident Goodluck Jonathan sich Zeit zu verschaffen.

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sollen vom 14. Februar auf den 28. März, die für den 28. Februar vorgesehenen Gouverneurs- und Regionalwahlen auf den 11. April verschoben werden. Das verlautete am Samstag aus Kreisen der Wahlkommission, die in der Hauptstadt Abuja tagte.

Eine offizielle Erklärung wurde für den Abend erwartet. Kritiker sehen in der Verschiebung der Wahlen einen Versuch von Präsident Goodluck Jonathan und seiner regierenden Demokratischen Volkspartei (People's Democratic Party/PDP) sich Zeit zu verschaffen. Sein Hauptkonkurrent Mohammadu Buhari vom Oppositionsbündnis All Progressives Congress (APD) hatte zuletzt in Umfragen zugelegt.

Offiziell führten Regierungsvertreter zuletzt Sicherheitsbedenken an, die eine Verschiebung der Wahlen nötig machen könnten.

8700 Männer sollen gegen Boko Haram kämpfen

Nigeria und seine Nachbarländer Benin, Niger, Kamerun und der Tschad wollen im Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram künftig enger zusammenarbeiten. Bei einem dreitägigen Expertentreffen in Kameruns Hauptstadt Yaoundé beschlossen sie die Schaffung einer regionalen Eingreiftruppe aus 8700 Soldaten, Polizisten und Zivilisten, wie aus der Abschlusserklärung am Samstag hervorging. Die Details, darunter auch der Anteil der einzelnen Länder, sollte demnach in den nächsten Tagen entschieden werden, bevor der Plan dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt wird. In einem Beschluss der Afrikanischen Union war zuvor von einer 7500 Mann starken Eingreiftruppe die Rede gewesen.

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 mit wachsender Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen und armen Norden Nigerias. Im jüngster Zeit drang die Miliz auch auf Gebiete der Nachbarstaaten ein - zuletzt griff sie am Freitag erstmals zwei Städte in Niger an. Die Offensive wurde jedoch von der nigrischen Armee mit Hilfe von tschadischen Soldaten zurückgeschlagen. Nigerias Armee steht unter scharfer Kritik, da es ihr bislang nicht gelang, die Miliz zurückzudrängen. Deren Angriffe nahmen im Vorfeld der für den 14. Februar geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen weiter zu, weshalb Nigerias Wahlkommission über eine mögliche Verschiebung der Wahlen nachdenkt.

dpa

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