Anschlag in Tunesien

Spanier verstecken sich 24 Stunden lang

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Foto: Sicherheitskräfte vor dem Nationalmuseum in Tunis

- Für mehr als 20 Menschen ist der schwere Terroranschlag auf das Nationalmuseum in Tunis tödlich ausgegangen. Glück hatten zwei Spanier: Die beiden Touristen hatten sich vor den Terroristen im Museum versteckt. Beinahe 24 Stunden nach dem Schüssen wurden sie nun befreit – offenbar unverletzt.

Zwei spanische Touristen haben den Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis in einem Versteck überlebt und dort stundenlang ausgeharrt. Die beiden Urlauber wurden erst am Donnerstagmorgen in dem Museum in der tunesischen Hauptstadt gefunden, nachdem sie dort von einem Mitarbeiter des Museums versteckt worden waren, wie ein Vertreter des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die beiden Spanier und der Mitarbeiter seien für eine Routineuntersuchung ins Krankenhaus gebracht worden.

Merkel kündigt Unterstützung an

Bewaffnete Angreifer hatten am Mittwoch das Nationalmuseum in Tunis gestürmt. NachAngaben des tunesischenGesundheitsministeriums wurden insgesamt 25 Menschen bei demAngriff getötet, darunter 20 Urlauber. Bei zweiToten handele es sich um von Spezialeinheiten getötete Extremisten. Die Zahl der Verletzten gab das Gesundheitsministerium mit 47 an. Unter den ausländischen Todesopfern waren Tunis zufolge mehrere Japaner, Italiener und Kolumbianer sowie Touristen aus Frankreich, Polen und Spanien.

Ob wie von der tunesischen Regierung angegeben auch Deutsche unter den Toten waren, war zunächst unklar. Die tunesischen Behörden identifizierten die beiden getöteten Attentäter inzwischen als Einheimische. Nach Angaben von Regierungschef Habib Essid fahnden die Ermittler nach zwei bis drei Komplizen.

BundeskanzlerinAngela Merkel (CDU) versprach Tunesien weitere deutsche Unterstützung. "Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen", sagte sie am Donnerstag im Bundestag in einer Regierungserklärung zum EU-Gipfel am gleichen Tag.

afp/dpa

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