Nach Anschlag in Museum

Tunesien fahndet nach weiteren Attentätern

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Foto: Schwer bewaffnete Sondereinheiten der Polizei in Tunis.

Tunis - Nach dem blutigen Terroranschlag ist die Wut in Tunesien groß. Der tunesische Präsident Béji Cad Essebsi hat einen "gnadenlosen" Kampf gegen den Terror angekündigt. Nach drei Terroristen wird gefahndet. Ob es ein deutsches Opfer gab, ist unklar.

Nach dem blutigen Angriff auf ein Museum in Tunis hat die tunesische Führung einen "gnadenlosen" Kampf gegen den Terror angekündigt. Präsident Béji Cad Essebsi sagte am Mittwoch, das Land werde "bis zum letzten Atemzug" gegen seine Gegner kämpfen. Bei dem Anschlag auf das Nationalmuseum im Herzen von Tunis kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, unter ihnen 17 Touristen. Die Opfer stammten aus Polen, Italien, Spanien und Tunesien und womöglich auch aus Deutschland. Das Auswärtige Amt sagte dazu, man bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung.

Auch zwei Attentäter sind unter den Opfers. Nach Angaben des tunesischen Ministerpräsidenten Habib Essid soll es sich bei ihnen um Tunesier handeln. Einzelheiten zu den Attentätern nannte Essid nicht. Nach drei Terroristen werde noch gefahndet.

"Im Krieg gegen den Terrorismus"

Weltweit wurde das Attentat scharf verurteilt. "Diese grausamen Minderheiten jagen uns keine Angst ein", sagte der tunesische Staatschef an die Adresse der Angreifer gerichtet. "Ich möchte, dass das tunesische Volk versteht, dass wir uns in einem Krieg gegen den Terrorismus befinden."

Täter in Uniformen hätten mit Schnellfeuergewehren 19 Menschen getötet, sagte Ministerpräsident Habib Essid am Mittwoch in der Hauptstadt Tunis. Unter den Toten wurden nach Regierungsangaben bislang vier Italiener, fünf Japaner, zwei Spanier, zwei Tunesier und zwei Kolumbianer identifiziert. Auch je ein Urlauber französischer, polnischer und australischer Herkunft seien gestorben. Die Identität eines Getöteten sei noch ungewiss.

Scharfe Kritik von UN und Nato

Bewaffnete hatten am Mittag auf dem Platz, an dem das Bardo-Museum und das Parlament liegen, willkürlich auf Touristen gefeuert und sie bis in das Museum verfolgt, sagte Essid. Dort nahmen sie dann zahlreiche Urlauber als Geiseln. Die meisten der etwa 100 Besucher, die sich zu dieser Zeit im Museum aufhielten, konnten jedoch laut Innenministerium rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Tunesische Sicherheitskräfte, die das Gebäude zunächst umstellt hatten, beendeten am Nachmittag die Geiselnahme. Dabei starben nach Angaben des Staatsfernsehens zwei Terroristen und ein Polizist.

International stieß die Tat auf scharfe Kritik. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte, die Vereinten Nationen seien solidarisch mit den Menschen und den Behörden in Tunesien. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und führende EU-Politiker waren entsetzt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste".

Zu tunesischen Angaben, nach denen mindestens ein Deutscher bei dem Terroranschlag in Tunis getötet wurde, äußerte sich Steinmeier zurückhaltend. "Unsere Botschaft in Tunis arbeitet gemeinsam mit den tunesischen Behörden daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen."

dpa/afp

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