Vorbehalte gegen Zuwanderung

Umfrage: Deutsche sehen Einwanderung skeptisch

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Foto: Der nationalen Auswertung des jüngsten Eurobarometers zufolge sehen 61 Prozent der Bundesbürger Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern negativ.

Berlin/Wiesbaden - Die Deutschen machen sich Sorgen wegen steigender Zuwanderungszahlen. Gegen EU-Bürger haben sie keine Vorbehalte. Laut dem Eurobarometer sind 61 Prozent der Bundesbürger aber skeptisch gegenüber Einwanderern aus Nicht-EU-Ländern.

Fast zwei Drittel der Deutschen sind gegen Einwanderung aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Eine effektivere Bekämpfung der illegalen Zuwanderung aus diesen Ländern fordern sogar 81 Prozent. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der EU-Kommission hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Thema Immigration ist für die Deutschen das wichtigste Problem in Europa, noch vor der Schuldenkrise. Nach neuesten Angaben wächst die Zahl der Einwanderer weiter zweistellig.

Der nationalen Auswertung des jüngsten Eurobarometers zufolge sehen 61 Prozent der Bundesbürger Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern negativ. Im Durchschnitt aller befragten Europäer sind es 57 Prozent. Noch höher als in Deutschland ist die Ablehnung etwa in Italien (75 Prozent), Lettland (79) oder in der Slowakei (74), geringer in Schweden (25), Großbritannien (57) und Frankreich (58). Der Einwanderung aus EU-Ländern stehen dagegen 50 Prozent positiv gegenüber. In der EU insgesamt sind es 52 Prozent.

Zuwanderungsrekord im 1. Halbjahr 2014

Im ersten Halbjahr 2014 ist die Zahl der Zuwanderer erneut angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden kamen 667.000 Menschen nach Deutschland, etwa 112.000 mehr als im ersten Halbjahr 2013 (plus 20 Prozent). Als Zuwanderer versteht das Statistische Bundesamt alle Personen, die nach Deutschland gekommen sind und sich angemeldet haben, auch Asylbewerber.

Die meisten aus dem Ausland Zugezogenen stammten aus Europa. Die Zuzüge nahmen um 19 Prozent auf 476.000 Menschen zu. Die Hauptherkunftsländer waren Rumänien, Polen und Bulgarien. Den stärksten Anstieg unter den europäischen Ländern gab es bei der Zuwanderung aus Kroatien. Das Land ist seit 1. Juli 2013 EU-Mitglied.

Ebenso gestiegen ist die Zuwanderung aus Afrika (+51 Prozent) und Asien (+37 Prozent). Unter den nicht-europäischen Staaten wuchs besonders der Zuzug aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Verzeichnet wurde ein Plus von 242 Prozent auf 22.000 Personen.

Mit deutlichem Plus in 2015 wird gerechnet

Für das Gesamtjahr 2014 gibt es noch keine Zuwanderungsstatistik - bis auf die Zahl der Asylbewerber, die sich dort ebenfalls niederschlägt. Im vergangenen Jahr baten insgesamt rund 200.000 Menschen in Deutschland um Asyl - und damit etwa 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Jahr rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem weiteren deutlichen Plus.

Demnach könnte die Zahl der Asylanträge bis zum Jahresende auf rund 300.000 steigen. Das geht aus einem am Donnerstag bekanntgewordenen Bericht der Behörde an die Bundesländer hervor. Hintergrund seien unter anderem die weiter angespannte Lage in Syrien und dem Irak, aber auch die stark angestiegenen Asylbewerberzahlen aus dem Kosovo.

dpa

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