Günther H. Oettinger und Volker Bouffier werben für Europawahl

1000 Gäste beim politischen Aschermittwoch in Volkmarsen - Video

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Volkmarsen - Fast 1000 Besucher in der Nordhessenhalle. Die Volkmarser CDU kann sich nicht nur rühmen, den größten politischen Aschermittwoch außerhalb von Bayern zu organisieren. Die Veranstaltung markiert auch den einzigen Aschermittwoch m Wonnemonat Mai.

Tatsächlich ging es Donnerstagabend nicht um kalendarische Spitzfindigkeiten, sondern um politische. Schließlich ist wieder einmal Wahlkampf. Am 25. Mai wird die Zusammensatzung im Europaparlament neu bestimmt.

Dazu hatte die Volkmarser CDU den EU-Kommissar Günter H. Oettinger aufgeboten, in Brüssel zuständig für Energiepolitik. Mit dabei, das Heimspiel sichtlich genießend: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Der neue Innenminister Peter Beuth war ebenso wie CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Boddenberg CDU-Generalsekretär und fühlt sich offenbar dem politischen Aschermittwoch in Volkmarsen immer noch verbunden.

Im Fahrwasser der politischen Schwergewichte nutzten auch die drei hessischen Spitzenkandidaten für die Europawahl die Gelegenheit, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Und weil im Nachbarland Nordrhein-Westfalen am 25. Mai nicht nur Europawahl ist, sondern auch die Rathäuser und Spitzen der Kreisverwaltungen neu besetzt werden, war die Liste der NRW-Bürgermeister- und Landrats-Kandidaten entsprechend lang.

Zig Busse hatten die CDU-Ortsverbände aus Höxter, dem Hochsauerlandkreis und aus dem ganzen Regierungsbezirk Kassel angeheuert, um ihre Anhänger in die Kugelsburgstadt zu bringen. Schließlich hat sich die Volkmarser CDU in den vergangenen 15 Jahren einen Ruf als Garant für knackige Polit-Unterhaltung aufgebaut.

Die besondere Mischung macht‘s: Dazu gehören Auftritte der Volkmarser Prinzengarde, zackige Blasmusik der Kugelsburg-Musikanten und der Heringsstipp von den CDU-Frauen selbst gemacht nach Hausfrauenart. Und wie in den Vorjahren gelang es den vielen fleißigen Helfer auch diesmal wieder, rund 1000 Tellerportionen in Windeseile zu servieren und ebenso zügig wieder abzuräumen. Damit war die Bühne bereitet für einen politischen Stammtischabend zehn Tage vor dem großen Wahltag.

Im politischen Vorgeplänkel mit Kandidaten ausWestfalen und Hessen ging es um so unterschiedliche aktuelle Themen wie Ukraine-Krise, um erste Zwischenbilanzen der Großen Koalition in Berlin und der schwarz-grünen Koalition in Wiesbaden und um die Zukunft der erneuerbaren Energien inOstwestfalen und Nordwaldeck.

Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon, zusammen mit seinem Freund Tobias Scherf einer derOrganisatoren des politischen Aschermittwochs seit 15 Jahren, begrüßte die Hauptredner des Abends und stellte fest, dass der kürzesteWeg von Brüssel nachAthen ganz offensichtlich über Volkmarsen führe. Mit wenigenSchlägen war dasobligatorische Bierfass angeschlagen und der gemütliche Teil des Abends eröffnet.

Ministerpräsident Volker Bouffier nutzte seinen Auftritt für ein eindeutiges Bekenntnis zu Europa: "Europa ist für die meisten Menschen ein Stück weg, aber unsereAufgabe ist es, den Leute zu zeigen, dass Europa auch hier in Volkmarsen wichtig ist. - Vor 100 Jahren begann derErste Weltkrieg, vor 75Jahren zweiterWeltkrieg vor 25 Jahren fiel die Mauer. Diese Daten bestimmen unser aller Leben. - Geschichte darf sich nichtwiederholen.“

Vor diesemHintergrund betrachtet, sei Europa vor allem ein großes, erfolgreiches Friedensprojekt: "Esistdoch nicht zuviel verlangt, für so eine großartige Sache den Hintern zu heben und zur Wahl zu gehen.“

Ebenso wichtig sei die Bedeutung des gemeinsamen europäischen Marktes fürdie regionalen Unternehmen: "Damit wir unsereWaren gut verkaufen können über 28Grenzen hinweg.“

Und er ging auch auf die aktuellen Sorgen ein: "Wie geht es mit der Ukraine-Krise weiter? Kommen die Ungeheuer von damals wieder hoch? - Europa ist mehr als Finanztechnik oder irgendwelche Verwaltungsregeln. Europa ist ein großes Friedensprojekt.Frieden ist nicht selbstverständlich. Unterschiedliche Interessen undMeinungsverschiedenheiten sind normal. Aber die große Frage ist doch: Gelingt es uns, die Probleme friedlich zu lösen oder dass wieder die Panzer rollen. Europa ist vor allem ein Platz des Friedens, der Freiheit und desRechts."

Streng ging Bouffier mit der jüngsten Stellungnahme von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ein, wer behauptet, die europäische Gemeinschaftsei Schuld an derEskalation in der Ukraine und Russland, der legt die Axt an diegemeinsamen demokratischen Werte in Europa.

Bouffier:"Wir wollen ein gutes Verhältnis zu Russland und wir halten an dem Grundsatz fest, dass wir niemandem erlauben werden, anderen vorzuschreiben was sie tun sollen.“

Sehr engagiert rief Bouffier dazu auf, sich keine Widerspruch zwischen deutschen und europäischen Interessen einreden zu lassen: "Deutsche Interessen sind immer auch europäische Interessen.“

Bouffier schoss mit einem Degger-Zitat: "Hessen ist unsere Heimat, Deutschland ist unser Vaterland. Europa ist unsere Zukunft."

Von Elmar Schulten

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