Diemelstadt

Abraham besucht Kannenberg-Camp

- Diemelstadt (-es-). Boxer des Jahres 2006 bis 2009, ungeschlagener IBF-Mittelgewichtsweltmeister 2005 bis 2009, 34 Kämpfe, 32 Siege, 26 K. o. – das sind die sportlichen Fakten zu Arthur Abraham. Doch der Boxchampion hat auch eine menschliche Seite. Und die zeigte er bei einem Besuch im Trainingscamp von Lothar Kannenberg.

Im Jahr 2003 hat Lothar Kannenberg das armenische Boxtalent kennengelernt. Arthur war damals auf der Suche nach Arbeit und hatte eine Karriere als Amateurboxer vor Augen. Doch Lothar Kannenberg schaffte es, den jungen Armenier im Boxstall von Wilfried Sauerland zu empfehlen. Als Sparringspartner von Sven Ottke durfte er damals beweisen, was in ihm steckt. Leben in Griff bekommen Als die Weichen gestellt waren, steckte Kannenberg seinem Schützling einen Zettel zu. „Warte nicht auf dein Glück, tu etwas dafür“, stand darauf geschrieben. Und Abraham steckte sich den Zettel ins Portemonnaie.

Mit Fleiß und Trainingseifer wurde er Weltmeister und damit auch zum Idol für die Jugendlichen, die im Trainingscamp von Lothar Kannenberg betreut werden. Sportliche Qualitäten wie Fairness, Fleiß und hartes Training an sich selbst soll den 20 Jugendlichen im Camp von Kannenberg dabei helfen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ein gutes Vorbild kann dabei helfen. Viel Zeit nahm sich Abraham am Wochenende, um die Jugendhilfe-Einrichtung von Lothar Kannenberg zu besichtigen. Besonders der Fitnessraum mit Boxring und Sandsäcken interessierten den Boxchampion. Hier stellte er sich den Fragen der Jugendlichen und erzählte geduldig aus seinem Leben: „Wenn du Weltmeister bist, fängt das leben an. Bis dahin war alles nur harte Plackerei.“

Und zu seinem spektakulären Kieferbruch, der seine Karriere im vergangenen Jahr abrupt unterbrach, meinte Abraham: „Im Sport kann auch so etwas passieren. Man muss dann verzeihen können.“ Aktuell arbeitet der Boxchamp zielstrebig auf sein Comeback hin: Am 14. Januar will er in Oldenburg zu einem Supermittelgewichtskampf antreten.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 14. Dezember

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