Übergangslösung für Platznot im Vöhler Rathaus · SPD warnt vor zu hohen Mietkosten

Abteilungen ziehen in alte Schule um

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Vöhl - Für die Mitarbeiter des Bauamts und der Kämmerei steht der Umzug vor der Tür: Die Gemeindevertretung beschloss mit den Gegenstimmen der SPD, die Mitarbeiter vorübergehend in der alten Schule unterzubringen. Die endgültige Entscheidung steht weiter aus.

Seit anderthalb Jahren arbeiten die Mitarbeiter von Bauamt und Kämmerei in Vöhl auf engstem Raum. Im März 2012 mussten die Mitarbeiter von heute auf morgen wegen einer Mäuseplage aus dem alten Nebenhaus ausziehen. Eine Rückkehr wurde ausgeschlossen und nach Ausweichmöglichkeiten gesucht. Nach wie vor stehen drei Varianten zur Auswahl: Ein Umzug der Mitarbeiter in die alte Schule, ein Anbau ans Rathaus und die Anmietung von Räumen der Sparkasse (siehe Kasten). Für einen vorübergehenden Umzug in die alte Schule entschieden sich am Montag während einer Sondersitzung der Vöhler Gemeindevertretung die Parlamentarier von CDU, FWG, FDP und Grüner Liste. Bereits im Juli hatten sich Vertreter aller Fraktionen für diese vorübergehende Lösung ausgesprochen. Daraufhin hatte der Gemeindevorstand gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Gebäudemanagement die Kosten geprüft: Die nötige Sanierung würde 28 000 Euro kosten und vom Eigenbetrieb finanziert, weil der Landkreis das Gebäude besitzt. Die jährlichen Mietkosten für die Gemeinde würden inklusive Betriebskosten rund 23 000 Euro betragen. Die Gemeinde würde sich im entsprechenden Mietvertrag auf fünf Jahre festlegen. „Das ist viel zu viel für eine vorübergehende Lösung“, befand ­Volker König von der SPD. Schließlich stehe die endgültige Entscheidung über die Unterbringung der Mitarbeiter noch aus. „Wir wollen zwar eine schnelle Lösung für die Mitarbeiter“, so König, „aber wir wollen die endgültige Entscheidung jetzt nicht vorwegnehmen.“ Die SPD habe Farbe bekannt und stehe weiterhin zu einem Anbau. „Hätten wir das bereits angegangen, wären wir längst fertig“, kritisierte König ein Aufschieben der endgültigen Lösung. Unterdessen gab es von den Freien Wählern Kritik zur Gegenüberstellung der drei Varianten und ihrer Kosten. Die Auflistung sei aufgrund falscher Zahlen entstanden, kritisierte Harald Koch von der FWG. Die Abschreibungsdauer sei zu lang angesetzt und auch ein Finanzierungsmodell, aus dem Zins- und Tilgungszahlen hervorgingen, liege nicht vor. Eine Einigung über eine endgültige Lösung scheint also vorerst nicht in Sicht.Mit den Gegenstimmen der SPD beschlossen die Gemeindevertreter schließlich die Anmietung der Räume der alten Schule zum 1. Oktober und den vorübergehenden Umzug der betroffenen Mitarbeiter.

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