Helsen

Albert Neumann ist neuer Schützenkönig von Helsen

- BAD AROLSEN - HELSEN. Albert Neumann ist neuer Schützenkönig von Helsen. Er löst Wilhelm Oehl ab, der die Helser Schützen in den vergangenen vier Jahr angeführt und repräsentiert hat. Der neue König wurde am Sonntagnachmittag bei einem spannenden Wettbewerb ermittelt, an dem sich 31 Königsanwärter beteiligten, die sich beim Schießen am Himmelfahrtstag für das Königsschießen qualifiziert hatten. Beim Wettbewerb der Jugendlichen wurde Torben Schüttler als neuer Kinderkönig ermittelt.

Die Regentschaft von Oehl und Theis ging am Sonntagnachmittag nach einem großen Festzug durch die festlich geschmückten Straßen von Helsen zu Ende. Mit Dabei waren Blaskapellen und Spielmannszüge aus Mengeringhausen, Altenbeken, Mühlhausen, Udorf und die Stadtkapelle aus Wemding.

Eröffnet wurde das Helser Freischießen am Sonnabend nach vierjähriger Pause mit einer feierlichen Zeremonie vor der Helser Kirche. Dabei ging Vorsitzender Rolf Busch auf die über 370-jährige Geschichte der Schützengesellschaft ein. Die Vereinigung, die 1634 zur Verteidigung der Heimat gegen marodierende Söldner gegründet wurde, sei über viele Generationen erhalten und in die Moderne gerettet worden.

Heute habe die Schützengesellschaft eine verbindende Funktion im Dorf und setze sich für das Gemeinwohl ein. Das Schützenwesen präge die kulturelle Identität im Dorf. Busch: „Heimat gibt Halt. Heimat ist eine Mischung aus Brauchtum, Kindheitserlebnisse, Gerüchen und Erinnerungen.“

Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont unterstrich die lange Verbindung seiner Familie mit der Schützengesellschaft Helsen. Immerhin habe Graf Georg Friedrich 1681 nach dem Dreißigjährigen Krieg die Wiedergründung betrieben und sei 1682 Schützenkönig geworden. Ein Jahr später sei der Graf gefürstet worden. Der Karrieresprung Graf, König, Fürst sei wohl einmalig in der Geschichte, scherzte der heutige Herr im Hause Waldeck.

Zur Bedeutung der Schützengesellschaft bekräftigte Fürst Waldeck: „Wir beobachten heute ein Auseinanderdriften der Gesellschaft. Umso wichtiger ist der Zusammenhaft im Dorfe.“

Zu den prägenden Ereignissen des Pfingstwochenendes in Helsen gehörte ohne Zweifel der große Zapfenstreich, den die Schützen im Fackelschein auf dem Helser Sportplatz abhielten. Das Kommando hatte Kapitän Dieter Hoffmann. Für eine gelungene Darbietung garantierten die Musiker des Spielmanns- und Fanfarenzuges der Feuerwehr Bad Arolsen unter Leitung von Christian Engelbracht und die Musiker der Stadtkapelle Wemding, die sich auch an zwei Tanzabenden und bei allen Festzügen als schwungvolle Stimmungsmacher erwiesen.

Zum Rahmenprogramm des Helser Freischießens gehören am Pfingstsonntag und Montag wieder die Darbietungen im Landsknechtslager rund um die Bürgerhalle, wo Musketiere, Lanzengarde, Kanoniere und Landsknechte zusammensaßen und mit ihren Freunden gemeinsam feierten. Alle Gruppen hatten zudem ihre eigenen Bestrafungsprozeduren für Missetäter. Während die Lanzengarde Übeltäter in einem Käfig an einem Dreibein ausstellten, hatten sich Musketiere und Kanoniere auf lautstarke Erschießungen spezialisiert. Am Pfingstmontag beginnt um 13.30 ein weiterer Festzug durch Helsen.

Mehr lesen sie in der gedruckten Ausgabe der WLZ am Dienstag nach Pfingsten.

Die schönsten Fotos finden Sie in dieser Bildergalerie.

Kommentare