Dorfabend in Helmighausen

Alle Generationen bringen sich ein

Diemelstadt-Helmighausen - Der Vorhang geht auf und ein unterhaltsamer Abend beginnt: Der Dorfabend in Helmighausen lebte am Samstagabend vor allem von dem Engagement aller Generationen. Eingeladen hatte in diesem Jahr der Karnevalsverein.

Hinter verschlossenen Türen haben sie gewerkelt, geprobt und Drehbücher geschrieben. Als am Samstagabend der Vorhang in der Dorfhalle in Helmighausen aufgeht, da ist die Spannung entsprechend groß. Ob die Kinder, die es sich auf dem Gang bequem gemacht haben, die Jugendlichen und die Erwachsenen, die sich ein Feier­abendbier genehmigen oder die Senioren, die sich in ihren Stühlen zurücklehnen: Gemeinsam halten sie die Tradition des Dorfabends am Leben. Und das gilt nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die vielen Aktiven, die an diesem Abend den Sprung auf die Bühne wagen. Nachdem der gemischte Chor unter Leitung von Daniela Sauerland den Startschuss gegeben hat, wird es dunkel im Saal. Die Besucher erwartet der erste Glanzpunkt des Abends: Die „Hühner“ – eine muntere Gruppe Jugendlicher – zaubern mit Schwarzlicht. Zu Melodien aus den vergangenen vier Jahrzehnten lassen sie auf der dunklen Bühne ein beeindruckendes Lichtspektakel entstehen. Das Publikum klatscht begeistert, und kaum ist der Startschuss zum Dorfabend gefallen, steht die erste Zugabe auf dem Programm. Jubel nach vier Stunden Andreas Volke macht schließlich heiter weiter, nennt lang gehegte Geheimnisse um Heino und seine Schlagerhits beim Namen und amüsiert mit einer ausgefeilten Analyse von Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ – „vom Plural hat der auch noch nix gehört“, witzelt er böse, „das müsste ja wohl eigentlich brechen heißen“. Dass der Helmighäuser Nachwuchs schon in den Startlöchern steht, beweisen dann die Geschwister Bodenhausen mit dem jungen Marlon an der Spitze mit einer begeisternden Playbacknummer – und unerwartetem Hüftschwung. Die Chronisten des Schützenvereins werfen dann einen poetischen Blick ins vergangene Jahr. Sie sparen nicht mit Seitenhieben nach Hesperinghausen und noch weniger nach Rhoden, mit deren Schützen ein Streit um Festtermine entbrannt ist – aber sie scheuen auch nicht den heiteren Blick aufs eigene Dorf. Ob die Hüppeweiber, die sich kurzerhand in tanzende Schweine verwandeln, Kabarettisten, die an der Biertheke aus dem Nähkästchen plaudern, Seniorinnen, die von ihrer Reise ins Rotlichtmilieu erzählen, die Helmighäuser Männer, die humorig von Berufswünschen plaudern oder Pfarrerin Silke Kohlwes, die mit ihrer Verwandlung in einen schrulligen Lottogewinner für Jubel sorgt: Das Programm ist bunt, der Einsatz der Gruppen groß. Die Mädels der Karnevalsgarde sorgen ebenso wie die „Dancing Queens“ für flotte Tanzschritte auf dem Parkett, und auch die große Gruppe der Jugendfeuerwehrleute zeigt ihr Können und gruselt das Publikum mit schaurigen Kostümen.Nach fast vier Stunden läutet der Posaunenchor das große Finale ein: Singend, klatschend und jubelnd bedankt sich das Publikum für einen schönen Abend. (resa)

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