Anwohner in Helsen beklagen das Ende alter Eichen

Alte Bäume an Bahntrasse gefällt

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An den Bahnschienen in Helsen hat die Deutsche Bahn Eichen und Eschen fällen lassen – zum Bedauern der Anwohner. Die Bäume seien krank und deswegen eine Gefahr gewesen, argumentiert die Bahn gegenüber der Naturschutzbehörde.

Bad Arolsen-Helsen - Baumfällarbeiten an der Bahntrasse in Helsen sorgen bei Anwohnern für Unverständnis. Alte Bäume seien grundlos gefällt worden, lautet der Vorwurf. Landkreis und Bahn sprechen aber von Verkehrssicherungspflicht.

Als Edith Hüttig im Dezember plötzlich eine Säge hörte, da ging sie dem Geräusch auf die Spur. Die Helserin entdeckte, dass an den Bahnschienen unterhalb ihres Gartens Bäume gefällt wurden. „Diese Bäume stehen dort seit hundert Jahren“, sagt sie, „und sie sind nicht nur schön, sondern auch wichtig für Vögel und Bienen.“

Also nahm sie Kontakt zur Naturschutzbehörde beim Landkreis auf. Die widmete sich gestern, als die Baumfäller erneut anrückten, dem Problem und nahm die Arbeiten an den Helser Schienen selbst in Augenschein. Die Fällarbeiten ruhten unterdessen.

100 Jahre alte Bäume

„Die Kurhessenbahn hat in diesem Fall eine Verkehrssicherungspflicht“, erklärte Hartmut Wecker, Sprecher des Landkreises Waldeck-Frankenberg, auf Nachfrage der WLZ. Und diese Pflicht geht vor. In diesem Fall habe es keiner Genehmigung für die Baumfällarbeiten bedurft, sagte Wecker.

Dennoch reagierte der Landkreis mit Verständnis auf die Beschwerde und die Anfrage der Anwohner. „Die Bäume waren über 100 Jahre alt“, bestätigte Wecker, „und sie haben das Ortsbild geprägt.“ Das gilt sowohl für zwei von drei Eichen, die an der Bahntrasse bereits gefällt wurden, als auch für eine etwas jüngere Esche, die seit gestern Morgen nicht mehr steht. Da sei es für Anwohner natürlich eine beträchtliche Beeinträchtigung des Ortsbildes, wenn diese Bäume plötzlich gefällt würden, räumte Wecker ein.

Die Deutsche Bahn reagierte gestern nicht auf die Nachfrage der Waldeckischen Landeszeitung, warum die Fällarbeiten an der Bahntrasse nötig geworden waren. Weil die Bäume krank gewesen seien, hätten sie die Sicherheit der Bahnstrecke gefährdet, argumentierte die Bahn laut Wecker gegenüber der Naturschutzbehörde.

Erkrankte Stellen

„Das haben wir überprüft“, erklärte der Sprecher des Landkreises. An zwei der gefällten Bäume seien entsprechende erkrankte Stellen gefunden worden. „Bei dem dritten Baum hatten unsere Mitarbeiter Zweifel, ob eine Fällung wirklich nötig gewesen wäre“, so Wecker.

Auch den vierten Baum, der aus Verkehrssicherheitsgründen gestern noch gefällt werden sollte, überprüfte die Naturschutzbehörde am Mittag. „Es wurde der Kompromiss geschlossen, diesen vierten Baum erst mal stehen zu lassen“, erklärte Wecker.

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