Volkmarsen-Lütersheim

Alte Schule wieder ins Dorf gerückt

- Volkmarsen-Lütersheim (sim). Das „Lützer“ Heimatmuseum öffnet am kommenden Wochenende seine Pforten. Mehr als zwölf Jahre hat Heinrich Geldmacher in Kellern und auf Dachböden gestöbert, um die beachtliche Dauerausstellung zu bestücken.

In ganz Nordhessen war der engagierte Heimatfreund unterwegs, um einzelne, besonders wirkungsvolle Stücke für das neu entstandene Museum aufzutreiben. Beispielsweise hat es drei Anläufe gebraucht, bis das Küchenutensil aus Großmutters Zeiten seinen Mittelpunkt mit einem alten Holzschrank fand. Manch einem Anbieter solch alter „Schätzchen“ sei anscheinend kurz vor dem Verkauf noch der nostalgische Wert bewusst geworden, berichtet Geldmacher von seinen Erfahrungen, quasi in Eigenregie ein Museum einzurichten. Vor rund dreizehn Jahren hat der Lütersheimer damit begonnen, „alte Schriften und Sachen zu sammeln, damit nicht alles verloren geht“, wie er erzählt. Geschichte habe ihn einfach interessiert, zumal die Historie seines Heimatortes. Daher hat der Lütersheimer zuerst mal den eigenen Fundus gesichtet und bei sich zu Hause gesammelt, bis die Idee vom Heimatmuseum nach und nach unter Dach und Fach kam. Anderes haben zahlreiche Lütersheimer für das Museum zur Verfügung gestellt. Vieles sei leider in vergangenen Jahrzehnten achtlos weggeworfen worden, bedauert Geldmacher und freut sich daher über jedes Stück, das Heimatgeschichte bis heute lebendig macht. Nach Themen geordnet, beherbergen die Räume im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses inzwischen Handwerksgerät vom örtlichen Schuster bis zum Stellmacher, Küche, Waschgerät, Spinnräder und Bücher vom Lützer Bürgermeisteramt um die Jahrhundertwende. Vieles in der Sammlung werden die jüngeren Besucher mit Staunen betrachten und sich nach dem Zweck der Geräte fragen. Die Palette der Wunderlichkeiten reicht von der Uraltwaschmaschine über den Einkochtopf, Wäschestampfer, Teppichklopfer, tragbaren Schallplattenspieler, Fleischwolf, Wollkamm und Sahnetopf aus Vorkriegszeiten bis zur Dosenverschließmaschine. Letztere kam bei der Fleischverarbeitung zum Einsatz, wobei die wiederverwendeten Metalldosen „jedes Mal etwas kleiner wurden“, wie Heinrich Geldmacher erklärt. Mit dem Museum ist auch die Schule ist in ihr altes Refugium zurückgekehrt – wenn auch ein Stockwerk höher als früher, wie Geldmacher betont.Mehr in der gedruckten Ausgabe am 23. Oktober 2010.

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