Ausschuss ernennt Prof. Rebecca Boehling zur Direktorin des ITS in Bad Arolsen

Amerikanerin leitet ab 2013 Suchdienst

+

Bad Arolsen - Als neue Direktorin für den Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen ist die Amerikanerin Rebecca Boeh­ling ernannt worden. Sie wird ab dem 1. Januar 2013 die Leitung übernehmen.

Die Internationale Kommission für den ITS, deren elf Mitgliedsstaaten die Richtlinien für die Arbeit der Einrichtung festlegen, hat die Historikerin bei der Jahresversammlung in Paris einstimmig ernannt. „Wir freuen uns, dass wir eine so herausragende Kandidatin gewinnen konnten“, sagte Frédéric du Laurens, Präsident des Internationalen Ausschusses und Direktor der Archive im französischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten. „Der Suchdienst benötigt für seinen Wandel zu einem internationalen Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung eine klare akademische und administrative Führung“, so du Laurens weiter.

Die US-Amerikanerin leitet das Dresher Center for the Humanities an der University of Maryland Baltimore County (UMBC) und ist Professorin in Geschichte, Jüdische Studien und Genderforschung. Boeh­lingist Expertin in der Holocaust-Forschung, der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und der Entwicklung Deutschlands in der Nachkriegszeit. Sie unterstützte die US-Regierung in einer Historikerkommission, die sich mit der Freigabe von Dokumenten über Kriegsverbrechen der Deutschen und Japaner befasste.

Die Historikerin war zu Studien- und Forschungsaufenthalten in Deutschland und übernahm Forschungsprojekte am US Holocaust Memorial Museum und dem Leo-Baeck-Institut. 1990 hat sie ihre Doktorarbeit in zentraleuropäischer Geschichte an der Universität von Wisconsin-Madison abgeschlossen. Mit „Life and Loss in the Shadow of the Holocaust“ veröffentlichte sie 2011 zusammen mit Uta Larkey die Geschichte einer jüdischen Familie aus Essen.

Sie baue auf die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern des Internationalen Ausschusses, dem Bundesarchiv und den Mitarbeitern des ITS, erklärt Boehling. „Die Schatztruhe an Dokumenten im Archiv des ITS eröffnet neue Einsichten in die Erfahrungen und Sichtweisen von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung. Es ist ein überaus spannendes Material, das wir durch die Digitalisierung und Erschließung für die Forschung und Bildung noch besser zugänglich machen wollen.“

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wird sich Ende dieses Jahres aus der Leitung des ITS zurückziehen. Der derzeitige Direktor und IKRK-Delegierte Jean-Luc Blondel wird in die Schweiz zurückkehren und weiterhin für das IKRK tätig sein. (r)

Kommentare