Anerkennung für die Aktion Barrierefreies Leben in Bad Arolsen

Gewinn für alle Bürger

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Der städtische Mitarbeiter Samuel Steffen führte in seinem Rollstuhl vor, dass die Rampe am Bürgerhaus mit dem richtigen Gefälle gebaut wurde. Ihm folgen Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (l.) und Oberst a. D. Jürgen Damm.  

 Bad Arolsen. Von den Errungenschaften einer barrierefreien Stadt profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer. Auch Sehbehinderte, Senioren mit Rollator oder Mütter, die mit Kinderwagen unterwegs sind, stoßen im städtischen Alltag immer wieder auf manchmal unüberwindliche Hürden.

Hessens Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel informierte sich  bei einem Besuch im Bad Arolser Rathaus, wie vorbildlich die barocke Residenzstadt seit vielen Jahren mit der Herausforderung umgeht.

Dippels zuständiger Referent im Ministerium resümierte: „Bad Arolsen hat vor vielen Jahren einen Weg eingeschlagen, dem inzwischen fast alle Landkreise nachfolgen.“

Seit beinahe 17 Jahren bemüht sich die Aktion „Barrierefreies Leben in Bad Arolsen (BLiBA)“ um den Abbau der Hürden im Straßenraum. Auslöser waren seinerzeit die Vorbereitungen für den Hessentag. Bis 2013 sollte Bad Arolsen weitgehend barrierefrei sein, so die Vorstellung des damaligen Bürgermeisters Gerhard Schaller.

Im Vorsitzenden der Aktion für Menschen mit Behinderungen in Waldeck-Frankenberg, Oberst a.D. Jürgen Damm, fand Schaller einen engagierten Mitstreiter, der voller Elan für die Umsetzung unzähliger Projekte kämpfte. Grundsatzbeschluss Tatkräftig unterstützt wird das Projekt BLiBA seit Anfang an vom Bathildisheim, dem Berufsbildungswerk und der Karl-Preising-Schule.

Im Rathaus gibt es zudem drei hauptamtliche Ansprechpartner, die sich um die bauliche Umsetzung der Anregungen bemühen. Mit einem Grundsatzbeschluss hat das Stadtparlament schon im Jahr 2000 die rechtliche Grundlage für die enge Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen BLiBA-Helfern gelegt.

Seitdem sind bei allen städtischen Bauvorhaben die Belange einer barrierefreien Stadt zu berücksichtigen.

„Dazu kann ich der Stadt Bad Arolsen nur gratulieren“, stellte Staatssekretär Dippel anerkennend fest. Und aus eigener Erfahrung fügte er hinzu: „Man muss sich nur mal selber für einige Zeit im Rollstuhl fortbewegen, dann merkt man, wo überall unnötige Barrieren sind.“

Landtagsabgeordneter Armin Schwarz stellte fest: „In Bad Arolsen wurde Inklusion schon gelebt, als es diesen Begriff noch gar nicht gab.“

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