36-Jähriger vom Amtsgericht Korbach zu Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt

Angeklagter bestreitet Alkoholfahrt

Diemelstadt - Wrexen - Zu einer hohen Geldstrafe von 6000 Euro wurde ein 36-jähriger Angeklagter vom Amtsgericht Korbach wegen fahrlässiger Körperverletzung und Trunkenheit im Verkehr verurteilt.

Das Gericht, unter Vorsitz von Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling, sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im April letzten Jahres mit seinem Motorroller in Wrexen einen Unfall verursacht hatte, bei dem er selbst und ein 49-Jähriger Verletzungen erlitten hatte.

Der Angeklagte bestritt den Tatvorgang. Er sei zum Unfallzeitpunkt mit seinem Roller zum Haus eines Bekannten gefahren. Dort habe er bei der Reparatur eines Motorrollers geholfen, der im Besitz des Bekannten sei. Anschließend seien Probefahrten unternommen worden. Er selbst sei aber nicht gefahren, auch nicht mit seinem eigenen Fahrzeug, da er Alkohol getrunken habe. Der Angeklagte behauptete, der verletzte Zeuge habe ihn angefahren, dabei habe er selbst mehrere Verletzungen erlitten.

Der verletzte Zeuge bestritt, den Roller gefahren zu haben. Er er sei vom Angeklagten angefahren worden und habe Kopfverletzungen erlitten. Noch heute habe er Metallplatten und Schrauben in Jochbein und Stirn.

Ein weiterer Zeuge war unmittelbar nach dem Zusammenstoß zum Unfallort gekommen. Bei seiner Meldung an die Polizei hatte er von zwei Rollern gesprochen, die beteiligt gewesen seien. Er korrigierte dies in seiner Aussage, bei dem Durcheinander auf der Straße sei er sehr aufgeregt gewesen.

Die beiden Verletzten hätten noch auf der Straße gelegen. Der Angeklagte habe sich unter dem Roller befunden. Vom behandelnden Rettungsarzt lag die schriftliche Aussage vor, der Angeklagte habe ihm berichtet, er sei mit dem Roller gefahren. Die Polizeibeamten, die den Unfall kurze Zeit später aufnahmen, sagten aus, am Unfallort hätten sie nur den Roller des Angeklagten vorgefunden, im Zündschloss habe noch der Schlüssel gesteckt.

Ein vom Angeklagten bestelltes privates Gutachten eines Sachverständigen bezweifelte, dass der Roller des Angeklagten die Unfallspuren verursacht hätte. Die Kratzer auf der Fahrbahn ließen nur auf ein anderes Fahrzeug schließen. Auch die Beschädigungen am Roller des Angeklagten seien nicht so geartet, dass sie von einem Unfall herrührten, sondern mutwillig verursacht wären.

Der Staatsanwalt bezweifelte in seinem Plädoyer, dass das Unfallgeschehen in der Kürze der Zeit bis zum Eintreffen der Sanitäter und der Polizei manipuliert worden sei. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass ein unbeteiligter Zeuge sich auf eine Inszenierung des Unfalls einlassen würde. Rechtsanwalt Heinrich Göbel sah es durch das Gutachten als erwiesen an, dass ein Komplott gegen seinen Mandanten geschmiedet worden sei und beantragte Freispruch.

Der Richter stellte fest, für das Gericht hätten die Zeugenaussagen den Sachverhalt der Anklage bestätigt. Die Verletzungen seien nicht unerheblich und da hier zwei Straftaten vorlägen, sei die hohe Strafe notwendig. Außerdem habe die Blutprobe 1 Promille ergeben und es läge eine einschlägige Vorstrafe vor.

Zur eigentlichen Strafe kommen noch die Verfahrenskosten, die Kosten für den Verteidiger und die Kosten für das Gutachten. Auf seinen Führerschein muss der Angeklagte ein weiteres Jahr verzichten. Noch im Gerichtssaal kündigte der Verteidiger Revision an und beantragte, dass das Gutachten als Beweismittel aufgenommen würde.

(mm)

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