Hewi will Barrierefreiheit als Chance begreifen und Stigmatisierung beenden

Angenehm für Groß und Klein

Speziell für Kindergärten, aber auch für Kinderzimmer im privaten Bereich ist diese farbenfrohe Sanitärserie von Hewi gedacht.

Bad Arolsen - Wenn hierzulande von demografischer Entwicklung gesprochen wird, dann geschieht dies meist mit einem sorgenvollen Unterton. Bei der Firma Hewi ist das anders: Hier wird die älter werdende Gesellschaft als Chance für weiteres Wachstum genutzt.

Schon früh, Anfang der 80er-Jahre, hat Bad Arolsens größter gewerblicher Arbeitgeber Maßstäbe auf dem Gebiet der Barrierefreiheit gesetzt. Behindertengerechte Sanitärausstattungen aus dem Hause Hewi waren lange Zeit konkurrenzlos. Die unkaputtbaren Stützklappgriffe und Duschsitze aus Bad Arolsen finden sich in ungezählten Pflegeheimen von Flensburg bis Garmisch.

Doch bei diesen klassischen Alltagshelfern ist es nicht geblieben. Systematisch hat die Firma Hewi in den vergangenen Jahren weitere neue Produkte im Bereich Barrierefreiheit entwickelt und damit ihre Themenführerschaft ausgebaut.

„Die Entwicklung läuft gut“, freut sich Hewi-Geschäftsführer Thorsten Stute. Die klassischen Baubeschläge würden nach wie vor stark nachgefragt. Aber Hewi habe immer schon in Systemen gedacht und die ganze Angebotspalette in den unterschiedlichen Formensprachen und Designideen durchdekliniert. Das funktioniere auch mit den barrierefreien Sanitärsystemen.

Während mit Barrierefreiheit in den 80er- und 90er-Jahren vor allem die Integration von Behinderten gemeint gewesen sei, gehe es heute mit der neuen DIN-Norm 18040 um mehr. Kippbare Badezimmerspiegel dienen Rollstuhlfahrern ebenso wie Kleinkindern vor dem Waschbecken. Ein Stützklappgriff könne auch als Handtuchhalter dienen.

Schick und funktional

Das aktuelle Marketing-Konzept von Hewi beschreibt Stute mit den Begriffen „Comfort bis Care“, wobei das englische Wort „Care“ für Pflege steht. Dabei wurden die barrierefreien Sanitärprodukte so gestaltet, dass sie nicht den Charme eines Pflegeheimes ausstrahlen, sondern auch im Seniorenhaushalt oder für die Familie mit Kindern praktisch sind und gerne eingesetzt werden.

Ein Beispiel hierfür sind die neuen Waschtische mit eingelassenen Schlitzen, die sowohl aus Griffe für Rollstuhlfahrer als auch als Handtuchhalter genutzt werden können. Bei all dieser Funktionalität sind die von zwei namhaften Designern gestalteten Waschtische aus einem neuartigen Kunststoff auch noch schön anzusehen.

„Wir haben in den vergangenen vier Jahren allein 26 Design-Preise für unsere neuen Produkte erhalten“, freut sich der Hewi-Geschäftsführer. Daneben gab es weitere Auszeichnungen wie zuletzt die technische Anerkennung „Product of the ­Year 2012“ vom Kunststoffverband für einen formschönen Dusch-Klappsitz. Dessen Sitzfläche ist zwar nur zwölf Millimeter dick, kann aber wegen seines mit Glasfaser verstärkten Kunststoffs bis zu 400 Kilogramm Belastung aushalten.

Solche nachgewiesenen Eigenschaften sind wichtig, wenn ein Produkt in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden soll. Dennoch erinnert der von Designern gestaltete Sitz auf den ersten Blick eher an den Deckel eines hochwertigen Notebooks. Da wird deutlich, was Stute meint, wenn er sagt: „Wir wollen das Thema Barrierefreiheit von seiner Stigmatisierung befreien. Barrierefreie Räume können auch schick und einfach nur praktisch sein.“

Wenn in zehn bis 15 Jahren jeder zweite Deutsche älter als 50 Jahre sein wird, dann bedeutet das auch, dass die wachsende Zahl der jungen Alten über genügend finanzielle Mittel verfügt, ihr Lebens- und Wohnumfeld zu verbessern. An diese Zielgruppe richtet sich das Familienunternehmen Hewi mit seinen klassischen und neuen Produkten.

Wenn dann mit fortschreitendem Alter Pflegebedürftigkeit hinzukommt, sind die Hewi-Badezimmereinrichtungen immer noch aktuell. Mit solchen hochwertigen Ausstattungsgegenständen können auch Kliniken und Pflegeheime punkten, wenn es um die Gestaltung ihrer Räumlichkeiten geht.

Ausgesprochen anwenderfreundlich sind in diesem Zusammenhang die neuen Produkte, die Hewi unter dem Begriff „Warm Touch“ mit Chrom-Optik anbietet. Stute: „Chrom gilt als schick. Aber für Rheuma-Patienten, die am Morgen einen Handlauf aus Metall anfassen, ist der Tag gelaufen.“

Ausdruck des Zeitgeistes

Hewi hat einen Weg gefunden, die angenehme, warme Haptik von Kunststoff mit der schönen Optik von Chrom zu verbinden. Und das ohne umweltschädliche Schwermetalle. Stattdessen werden Aluminium-Pulver und Klarlacke für die Behandlung der wertvollen und robusten Oberflächen verwendet.

All das sind nur einige Beispiele für Innovationen im Hause Hewi. Stute: „Wir sind bei unseren Kernthemen geblieben und haben diese weiterentwickelt. Dabei haben wir den Zeitgeist einfließen lassen.“

Der Zeitgeist drückt sich auch in den Farben aus, die nach wie vor eines der Markenzeichen der Kunststoff-Produkte von Hewi darstellen: Den klassischen Türdrücker aus der 111er-Serie gibt es jetzt auch in Apfelgrün und Orange. Die Produktfarbe Weiß, die bisher einen leichten Creme-Stich hatte, wurde um einen weiteren, helleren Farbton ergänzt.

Hintergrund

Das 1929 von Heinrich Wilke in Helsen gegründete Familienunternehmen Hewi beschäftigt heute an seinen beiden Standorten in Mengeringhausen und Helsen 550 Mitarbeiter, darunter 34 Auszubildende. Hewi setzt auf Produkte in den Bereichen Beschläge und Sanitär. Etwa zehn Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen als Zulieferer der Automobilindustrie. (es)

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