TuS Bad Arolsen arbeitet nach einem vorbildlichen Konzept zur Integration

Deutsch lernen auf dem Sportplatz

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Im TuS Bad Arolsen ist die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund schon seit vielen Jahren selbstverständlich. Jetzt wurde der Verein unter Leitung von Carsten Strippel (im weißen Trainingsanzug) mit dem Egidius-Braun-Preis des DFB ausgezeichnet. Links im Bild: Jugendleiter Lutz Fechner.  

Bad Arolsen. Spieler aus 17 verschiedenen Nationen stehen in den Fußballmannschaften des TuS Bad Arolsen auf dem Platz. Fast die Hälfte aller 160 TuS-Kicker haben einen Migrationshintergrund.

Für die vielfältigen Bemühungen des Bad Arolser Fußballvereins ist der TuS im Sommer mit 500 Euro von der Egidius-Braun-Stiftung des DFB ausgezeichnet worden.

Außerdem ist der Verein in das Förderprogramm „Integration durch Sport“ des Deutschen olympischen Sportbundes (DOSB) aufgenommen worden. Das sichert Finanzhilfen für Trainerhonorare und vieles mehr für die Dauer von fünf Jahren.

Sport war in Bad Arolsen schon immer ein Mittel zur Integration von Neubürgern. In den 60er, 70er und 80er Jahren waren belgische Soldaten ganz selbstverständlich auch Leistungsträger auf dem Sportplatz.

Als dann in den 90er Jahren Familien aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland kamen, waren die Sportvereine wieder die Anlaufstationen für die Jugendlichen.

Mit der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr kamen immer häufiger junge Syrer, Afghanen und Afrikaner zum Training. Manche kickten nur ein, zweimal mit. Andere blieben und bemühten sich um einen Spielerpass. „Die Fußballregeln beherrschen sie alle“, erzählt TuS-Vorsitzender Carsten Strippel.

Die Verständigung funktioniert zuerst über Englisch. Dann, mit der Zeit, lernen die neuen Spieler auch, dass die Sprache auf dem Platz Deutsch ist. So funktioniert Integration.

Mehr in der gedruckten WLZ am Freitag.

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