Deutsch-amerikanischer Club löst sich nach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit auf

Bad Arolsen für die große, weite Welt geöffnet

Abschlussfeier für den deutsch-amerikanischen Club. v.l. Armin Schwarz, Bernd und Rosi Radeck und Bürgermeister Jürgen van der Horst. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Die Bilanz kann sich sehenlassen: Der deutsch-amerikanische Club hat in 25 Jahren 214.000 Euro zur Unterstützung von 29 Schülerreisen, vier Konzerte und zwei Orchesterreisen in die USA aufgebracht. Dennoch steht jetzt die Auflösung des Clubs an.

Gründungspräsident Bernd Radeck hat den Vereine in 25 Jahren auf unvergleichliche Weise geleitet und geprägt. Ihm als neuer Vorsitzender nachzufolgen wäre nur schwer möglich. Das mag wohl der Hauptgrund sein, warum sich in den vergangenen beiden Jahren nach Radecks Ankündigung maximal für 25 Jahre zur Verfügung zu stehen, kein Nachfolger gefunden hat.

So wurde am Freitagabend die Jubiläumsfeier zum 25 jährigen Bestehen mit einer Abschiedsfeier für einen überaus erfolgreichen Verein verbunden. Bernd Radeck meinte sogar, der deutsch-amerikanische Club könne mit Fug und Recht als einer der aktivsten Vereine der Stadt bezeichnet werden und legte eine Statistik vor, die überzeugt:

So hat der eifrige Präsident in 25 Jahren 60 Clubreisen innerhalb Deutschlands organisiert, 17 Erwachsenen-Reisen in die USA, sechs Gegenbesuche von Erwachsenen aus den USA, 56 Bildvorträge, sechs Diskussionsveranstaltungen, 18 Wanderungen zur Waldschmiede, vier Radtouren, drei Planwagenfahrten, 13 Oktoberfeste, 13 Sommerfeste 17 Schnitzelessen und drei Jubiläumsfeiern. Die finanzielle Förderung aber ließ der Verein allein dem Jugendaustausch zugute kommen. Schließlich war es erklärtes Ziel des deutsch-amerikanischen Clubs das gegenseitige Verständnis auf beiden Seiten des Atlantiks nachhaltig zu verbessern. Zur Finanzierung der Jugendfahrten wurden unter anderem Verkaufsstände auf 14 Weihnachtsmärkten aufgebaut. Außerdem wurden viele Spenden für den guten Zweck eingeworben.

Radeck dankte allen Spendern und Mitgliedern, die dem Verein über 25 Jahre die Treue gehalten haben. Die Mitglieder wiederum die zusammen mit Bernd und Rosi Radeck von Florida bis Hawaii und Alaska fast alle Staaten der USA bereist haben, dankten ihrem unvergleichlichen Reiseleiter mit einem Reisegutschein im Wert von 2500 Euro für die über Jahre geleistete Arbeit. Dem so Beschenkten war das sichtbar unangenehm. Er habe stets Freude an der Clubarbeit gehabt.

Radecks Leistungen wurden auch von Bürgermeister Jürgen van der Horst gewürdigt: Der Verein habe mit seiner überaus erfolgreichen Arbeit dazu beigetragen, die Horizonte der Reiseteilnehmer zu erweitern. Mit der 1987 begründeten Partnerschaft mit der Kleinstadt Hermann im US-Bundesstaat Missouri habe sich Bad Arolsen auf dem Weg gemacht, eine weltoffene Stadt zu werden. Unter den ersten Schülern die sich 1985 mit Bernd Radeck auf große Fahrt nach Wisconsin machten, war auch Armin Schwarz, der gerade erst wiedergewählte Landtagsabgeordnete.

Schwarz schwärmte von den Eindrücken, die er damals gesammelt habe und betonte, wie wichtige dies für die Entwicklung junge Menschen sei. Mit Wehmut und einer großen Portion Dankbarkeit nehme er Abschied vom deutsch-amerikanischen Club. Radeck habe den Verein in vorbildlicher Weise geleitet. Daher könne er gut verstehen, dass jeder mögliche Nachfolger kalte Füße beim Anblick der großen Fußstapfen bekomme.

Zum Abschied hatte Bürgermeister Jürgen van der Horst eine Reihe von Auszügen aus dem goldenen Buch der Stadt kopieren und zu einem Heft binden lassen. Die Einträge erinnern an die Begründung der Städtepartnerschaft mit Hermann am 26. Mai 1987 und manche andere markante Daten der Partnerschaft.

Das Abschlussfest für den deutsch-amerikanischen Club wurde vom Orchester der Christian-Rauch-Schule unter Leitung von Rainer W. Böttcher musikalisch gestaltet. Schließlich verdanken die CRS-Schüler dem Club so manches unvergessliche Erlebnis.

Außerdem für die Feier durch den Auftritt von Hartmuth Schiller und Robert Krouhs aus Nieder-Waroldern bereichert. Die beiden haben den Silvester-Dauerbrenner „Dinner for One“ auf plattdeutsch umgeschrieben und in einen waldeckischen Bauernhof verlegt. Riesenapplaus für eine tolle Inszenierung!

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