Bad Arolsen

Bad Arolsen kündigt Vertrag über den Freiwilligen Polizeidienst

- Bad Arolsen (-es-). Ihren letzten Streifendienst haben die freiwilligen Polizeihelfer Marc Goegebeur und Sonja Sobanski am Silvesternachmittag absolviert. Im Auge hatten sie Kinder, die vorzeitig ihre Silvesterböller zünden wollten. Die Stadt Bad Arolsen hat den 2003 mit dem Hessischen Innenminister Volker Bouffier persönlich abgeschlossenen Dienstleistungsvertrag zum Jahresende gekündigt.

Ausschlaggebend für die Kündigung waren nicht etwa schlechte Dienste oder irgendwelche Verfehlungen der Einsatzkräfte, sondern einzig und allein Kostengründe. Das Stadtparlament hat im Rahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes entschieden, die rund 17 000 Euro, die pro Jahr für die Streifendienste der „Freiwilligen“ aufzuwenden waren, einzusparen. Aus Sicht des Leiter der Polizeistation Bad Arolsen war diese Entscheidung der Stadt falsch. Auch die Landesregierung und Innenministerium hätten ihre Verwunderung über die Entscheidung der Stadt zum Ausdruck gebracht. „Uns haben Freiwilligen Polizeihelfer viel Arbeit abgenommen und gute Arbeit im Bereich der Gewaltprävention geleistet“, schwärmt Richard Bracht: Allein die verstärkte Präsenz der Uniformierten in der Öffentlichkeit habe zahlreiche Straftaten verhindert. Die Bürger fühlten sich sicherer. Wenn eine Fußstreife in der Großen Allee unterwegs sei, würden keine Raubüberfälle auf Passanten verübt und die bloße Anwesenheit von Polizeihelfern im Bereich des Herkules-Marktes schrecke Ladendiebe ab. Bracht räumte ein, dass der Erfolg der Prävention schwer messbar sei, dennoch sei der Effekt vorhanden. Die Polizei habe bei Großlagen wie dem Heavy-Metal-Festival oder dem Viehmarkt von den „Freiwilligen“ profitiert. Bei knapper Besetzung der Dienststelle könnten kurzfristig Verkehrsregelungs-Einsätze organisiert werden. Jüngstes Beispiel eines sinnvollen und von der Stadt gewollten Einsatzes seien die Alkoholkontrollen von Jugendlichen-Wanderern am 1. Mai rund um den Twistesee gewesen. „So etwas können wir mit unserer dünnen Stammbesetzung künftig nicht mehr machen“, erklärte Bracht und schwärmte von der Flexibilität der „Freiwilligen“: „Wir haben auch bei kurzfristigen Anfragen so gut wie nie eine Absage bekommen.“Besonders ärgerlich sei die Beendigung der Kooperation mit der Stadt Bad Arolsen, weil die zehn ehrenamtlichen Polizeihelfer angeboten hätten, ein Jahr lang bei 20 Einsätzen in der Stadt auf eine Aufwandsentschädigung zu verzichten. Damit hätte die Stadt Zeit gewonnen, um eine neue Lösung mit dem Land Hessen zu finden. Denkbar sei eine Kooperation mit den Nachbargemeinden in Nordwaldeck. Twistetal und Volkmarsen hätten ausdrücklich ihr Interesse signalisiert.

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