Maximilian Rüsseler absolviert ein einjähriges Austauschstudienprogramm

Arolser Student erlebt Mexiko hautnah

Bad Arolsen / Guadalajara - México - Te quiero! „Ich liebe Mexiko“, sagt der Bad Arolser Maximilian Rüsseler, der in Guadalajara studiert.

Was verbindet man mit diesem Land? - Tequila, Sombreros, schnurrbarttragende Señores und - letzter Zeit gehäuft in den Nachrichten - das Drogenproblem.

Ich bin seit dem 16. August in der mittelmexikanischen Stadt Guadalajara mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Deswegen kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen: Mexiko ist nicht nur Tequila, Sombreros und Schnurrbärte. Und erst recht nicht nur das Drogenproblem. Von dieser Sache habe ich bis dato noch nichts mitbekommen und auch keine Negativ-Erfahrungen gemacht.

Bedenken verflogen

Mexiko ist facettenreich, sei es die sehr interessante Kultur, das freundliche Volk oder die schöne Landschaft, um nur einen kurzen Einblick zu gewähren.

Nach den ersten zwei Wochen hier, sprich Anfang September, hatte ich mich super eingelebt und alle meine Bedenken waren schnell verflogen.

Den Hauptgrund für diese kurze Eingewöhnungsphase trägt definitiv das sehr freundliche Volk bei. Das war auch das Erste, was mich sofort an diesem Land fasziniert hatte. Überall - z. B. an der Uni, auf der Straße, auf Reisen oder wo sonst auch immer - waren und sind die Mexikaner stets sehr hilfsbereit. Meine Kommilitonen helfen mir sofort, wenn ich aufgrund der Sprache nicht alles verstehe. Und selbst die Professoren setzen sich nach dem Kurs mit mir zusammen und beantworten mir alle Fragen. Sei es zum Unterricht oder anderen Dingen des Lebens. Es kam auch vor, dass ich vom Professor nach dem Unterricht nach Hause gefahren wurde, als es regnete. Ein anderes Beispiel für die offene Art, die Freundlichkeit und die sympathischen Menschen: Ich habe hier viele mexikanische Freunde und diese haben mich alle zu sich nach Hause zu ihren Familien eingeladen. So habe ich schon große Familienfeiern, Geburtstage, Hochzeiten, Weihnachten, Silvester, Quinceaños (dies ist der 15. Geburtstag von der Tochter einer Familie, dieser Geburtstag wird in Mexiko sehr groß gefeiert) und viele andere Feierlichkeiten miterleben dürfen. Sprich: Mir wird das Erlebnis zuteil, die mexikanische Kultur, mexikanische Rituale, Sitten, ja das mexikanische Leben im Ganzen hautnah und authentisch erfahren zu dürfen.

Ein anderer gebürtiger Wal­decker, jedoch Halb-Mexikaner, Immanuel Brand, studiert auch in der Volkswagen-Stadt Puebla. Auch in seinem Haus bin ich immer so lange und so oft ich will ein gern gesehener Gast. In seiner Funktion als Vorsitzender seines Studiengangs (Internationale Beziehungen) plante er eine Studienreise zu einem internationalen Kongress, genannt AMEI (nach der Mexikanischen Gesellschaft für internationale Studien), nach Playa del Carmen in der Karibik (Riviera Maya) in eines der besten Hotels des Landes.

Auch mir wurde die Ehre zuteil, an diesem interessanten Kongress teilnehmen zu dürfen. Dort sammelte ich außergewöhnliche Erfahrungen, denn wann fährt man schon mal mit einem Mercedes-Sprinter 24 Stunden am Stück in Richtung Meer?!

Vor Ort kam ich als Austauschstudent in Kontakt mit Staatsmännern, Professoren und Diplomaten aus Mexiko und der ganzen Welt, die mir und den restlichen Kongressteilnehmern interessante Präsentationen, Vorlesungen und runde Tische darboten mit einer großen Anzahl an Themenangeboten. Der Kongress wurde von der mexikanischen Außenministerin Patricia Espinosa eröffnet. Auch als mein Bruder Christian mich hier besuchte, haben er, Immanuel und ich einen spannenden „Road-Trip“ durch das Land gen Süden gemacht, Freunde besucht und meinem Bruder das Land in all seiner Vielfalt und Schönheit gezeigt. - Fortsetzung folgt.

Austausch

Maximilian Rüsseler (25) aus Bad Arolsen begann nach dem Abitur 2007 sein Studium des Bioingenieurwesens an der TU Braunschweig; 2011 bis 2012 – Studienaustausch mit der UdeG (Universidad de Guadalajara), CUCEI (Centro Universitario de Ciencias Exactas e Ingenierias), zweitgrößte Uni Mexikos und ganz Lateinamerikas.

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