Auszeichnung für Volkmarser Unternehmer

Auch in schweren Zeiten Kurs gehalten

Tochter und Vater, Nicole und Dieter Wiebusch, leiten die Firma Wiebusch Polymerbeton.

Volkmarsen - Im 30. Jahr seiner Selbständigkeit ist der Volkmarser Unternehmer Dieter Wiebusch als Finalist um den Mittelstandspreis der Oskar-Patzelt-Stiftung ausgezeichnet worden. Mit dem Mittelstands-Oskar wurde - wie bereits bereitet - die Wrexer Firma Jäkel „geadelt“.

Mit Entwässerungsrinnen aus Polymerbeton hat Dieter Wiebusch vor beinah 30 Jahren Maßstäbe im Tiefbau gesetzt. Inzwischen wird das vielseitige Material auch für anspruchsvolle Maschinenelemente verwendet.

Es ist eine besondere Mischung aus Steinen und Mineralstoffen, die mit Epoxid- oder Polyesterharz zusammengebacken wird. Damit lassen sich vielfältige Bauelemente formen. Die Produkte von Wipoton finden sich in vielen Baumärkten und auf ungezählten Baustellen in ganz Europa.

In einer Hochphase beschäftigte das 1983 von Dieter Wiebusch gegründete Unternehmen hatte vor Jahren schon einmal 60 Mitarbeiter. Durch einen besonders dreisten Fall von Sabotage und Diebstahl von Firmengeheimnissen mussten 2007/8 rund 30 Mitarbeiter entlassen werden. Ein führender Mitarbeiter hatte ein Konkurrenzunternehmen aufgebaut und Kunden abgeworben.

Inzwischen aber hat sich das Familienunternehmen wieder erholt. Derzeit sind 40 Mitarbeiter bei Wipoton beschäftigt. Den Jahresumsatz gibt Dieter Wiebusch mit 5,5 Millionen Euro an. Sein Ziel heute ist klar definiert: „Wir wollen besser sein als die anderen.“ - Vor allem besser als die, die Firmengeheimnisse gestohlen haben. Daher auch das stete Bemühen um technische Neuentwicklungen.

Spezialmörtel entwickelt

Das Unternehmen ist außerdem Experte für die Schachtregulierung mit Press- und Gießmörtel. Diese Mörtel sichern die Kraftschlüssigkeit sowie eine schnelle Belastbarkeit zwischen Schachtoberkante und Schachtbauteilen. So kann ein Straßenschacht schon nach 30 bis 45 Minuten für den Verkehr wieder freigegeben werden. Das WIPOLIT-Pressemörtel-verfahren ist bereits Standard bei vielen Tiefbauämtern und Tiefbau-Unternehmen geworden.

Die Firma Wiebusch-Polymerbeton-Technik GmbH u. Co. KG wurde zum sechsten Mal von der Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement Waldeck-Frankenberg GmbH zum Wettbewerb der Oskar-Patzelt Stiftung nominiert.

Bundesweit hatten mehr als 1400 Institutionen in den 16 Bundesländern insgesamt 4035 kleine und mittlere Unternehmen vorgeschlagen. Der Preis ist nicht dotiert. Es geht für die Unternehmen einzig und allein um Ehre, öffentliche Anerkennung und Bestätigung ihre Leistungen, nicht um finanzielle Anreize.

Das bekräftigte gestern auch Finalist Dieter Wiebusch bei einem Rundgang durch sein Unternehmen: „Es ist einfach schön, wenn die eigenen Anstrengungen von einer Jury anerkannt werden.“

Aus Sicht des Landkreises stellte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf fest: „Der Mittelstands-Oskar würdigt nicht die große Zahlen, sondern Nachhaltigkeit und stetige Entwicklung.“

Dr. Peter Sacher vom IHK-Servicestützpunkt Korbach und der neue Wirtschaftsförderer des Landkreises, Johannes Haupt, versicherten, sie wollten auch künftig Unternehmen aus der Region bei einer Beteiligung am Wettbewerb unterstützen.

Dieter Wiebusch habe sich in den vergangenen Jahren in den Gremien der Industrie- und Handelskammer (IHK) engagiert. Unter anderem war er vor vielen Jahren Mitbegründer der Wirtschaftsjunioren und der Volkmarser Unternehmerrunde mit dem Ziel, den Austausch zu fördern und Netzwerke zu knüpfen.

Nachfolge geregelt

Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete und Erste Stadtrat von Volkmarsen, Thomas Viesehon, würdigte Wiebusch persönlichen Einsatz in Zeiten der Krise. Es zeichne eben mittelständische Unternehmer aus, dass sie ihr Eigenkapital nicht beim ersten Anzeichen von Krise aus dem Unternehmen zögen und damit die Situation noch verschärften. Tatsächlich habe Wiebusch nach dem Umsatzeinbruch infolge von Industriespionage mit privatem Vermögen gebürgt, um Arbeitsplätze zu sichern. Der Erfolg gebe ihm Recht. Die Auszeichnung der Oskar-Patzelt-Stiftung habe daher den richtigen getroffen.

Der 73-jährige Dieter Wiebusch hat auch die Führungsnachfolge in seinem Unternehmen schon frühzeitig geregelt: Seine Tochter Nicole arbeitet seit 19 Jahren im Unternehmen mit und ist seit zehn Jahren Mitgeschäftsführerin.

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