Schüler der Christian-Rauch-Schule und der Edertalschule auf großer Bühne

Auftritt in Hersfeld ein Erlebnis

Junge Musiker aus Bad Arolsen und Frankenberg gaben gemeinsam ein Konzert in der Bad Hersfelder Stiftsuine. Foto: Dorothea Wagener

Bad Arolsen/Frankenberg - Vögel über den Köpfen der Zuschauer. Wind, der die Notenblätter aufwirbelt und die Haare zwischen die Violin-Saiten bläst: Vor der imposanten Kulisse der Bad Hersfelder Stiftsruine sangen und spielten 120 Musiker der Christian-Rauch-Schule und der Edertalschule.

Die Chöre der Edertalschule Frankenberg (Leitung Matthias Müller) und der Christian-Rauch-Schule aus Bad Arolsen (Leitung Steffen Hause) sowie das Jugendsinfonieorchester der Edertalschule (Leitung Markus Wagener) glänzten unter anderem mit Stücken wie „Can you feel the love tonight“ aus König der Löwen und der Filmmusik aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Mit Musik aus „Les Miserables“, „Herr der Ringe“ und „Batman“ bewies das Jugendsinfonieorchester, das es den hohen Erwartungen an ein Konzert in der Stiftsruine absolut gewachsen ist.

Rainer W. Böttcher hatte sein Jugendsinfonieorchester bestens vorbereitet und bereitete in seinem Programmteil einerseits zwei Solistinnen glanzvolle Auftritte. Isabel Thamm spielte das Violin-Solo zu John Williams „Tango por una cabeza“, Charlotte Fortak meisterte das Oboen-Solo von Astor Piazollas gefühlvollen „Oblivion“. Wie immer ist es bemerkenswert, dass es Schülerinnen sind, die durch Fleiß und viel Übung zu solchen Leistungen kommen und es schaffen, das Publikum für einen Moment mit in eine wehmütige Stimmung zu versetzen.

Mit "Children of Sanchez" spielten die jungen Leute andererseits eine Orchesterversion des Big Band Stücks von Chuck Mangione, das an Rhythmik und genauem Zusammenspiel hohe Ansprüche stellt. Die Spielfreude der jungen Musiker aus Bad Arolsen zeichnete auch bei Rixners spanischem Tanz ?Malaga? ein beeindruckendes Bild südamerikanischer Lebensfreude.

In dieser Mischung aus großem Orchesterklang und einzelnen Soli stach am Sonntag auch Anna Sophie Kobus mit ihrer Interpretation von Pablo Sarasates "Zigeunerweisen" hervor. Zusammen mit Benedikt Kantert am Klavier verführte sie das geradezu paralysierte Publikum in die oft melancholische Gedankenwelt Ungarns. Weiterer Programmpunkt am Sonntag war Griegs "Holberg Suite", mit der die Frankenberger Streicher das Publikum noch einmal kurz ausruhen ließen, bevor es zum Finale kam, bei dem die beiden abermals vereinten Orchester Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper" spielten.

Für einen der emotionalsten Höhepunkte sorgte das Gesangssolo des erst achtjährigen Mattis Wagener in der Filmmusik zu "Herr der Ringe", das vor allem am Sonntag durch das immense Klangvolumen der beiden Orchester unter die Haut ging. Das Arrangement sieht ein Gesangssolo eines "Young boy" vor bei dieser Premiere erlag das Publikum schlicht der Niedlichkeit des Jungen.

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